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Schutz ſuchen, und nicht mehr in dieſer Richtung her⸗
ſehen.“
5„Dein Rath iſt gut, antwortete der Hadji.„Wir wollen es ſo machen.“
Aufmerkſam auf den Haupt⸗Anführer hielten alle die einzelnen Abtheilungen, und erwarteten ungeduldig den Befehl, wieder vorzurücken.
Während unſer Held den Befehl zum Angriff erwar⸗ tete, däuchte es ihm, als bemerke er eine zarte, ſchlanke Figur, die eben vorſchritt, und ſich unter den dunkeln Maſſen menſchlicher Weſen bewegte, die ihn umgaben. Er blickte ſcharf durch die Dunkelheit, um einen Schein
von dem Gegenſtande zu erhalten, als der Blitz glän⸗ zend leuchtete. Alles war wieder finſter um ihn, als er einen ſo ſchwachen Seufzer neben ſich hörte; er wandte ſich um; ſein Page Conrin ſtand an ſeiner Seite. Er redete ihn erzürnt an:„Was iſt das, Knabe? Ich überließ Dich der Sorge des Fräulein Ina. Han⸗ delſt Du ſo bald gegen meine Befehle?⸗ . Ein ſchwacher Seufzer war die Antwort. Endlich fand der Knabe Worte zu ſprechen.„Und vergeſſen Sie ſo bald Ihr Verſprechen, Herr? Sagten Sie nicht, ich könne ihnen durch alle Gefahren und Mühſeligkeiten ſolgen? ſoll ich in Sicherheit in der Heimath bleiben, während Sie der Gefahr ausgeſetzt ſind? Erlauben Sie nun, daß ich Sie begleite; es wird mir kein Leid ge⸗ ſchehen; mein Leben iſt in Ihrer Nähe bezaubert?“
3 Ehe Ivan Zeit hatte, zu antworten, fiel der Regen in Strömen aus den dunkeln Wolken herab, und das Blitzen hörte auf. 23
„Nun iſt es Zeit, vorzurücken,“ rief der Hadji den um ihn verſammelten Führern zu.„Du, mein Sohn
Alp, haſt die Aufgabe mit Deinen ſtolzen Dehli Khan's, die ſteilen Felſen, welche die rechte Seite des Forts bil⸗ den, zu erſteigen. Du, Uzden Arslan Gherrei, formirſt Deine Abtheilung links von mir, und wir wollen mit
einander auf der ſanft geneigten Fläche in der Front


