Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ich dieſes niederträchtige Anerbieten verſchmähen, wie ich es jetzt thue, erwiederte der Gefangene.Ich habe nichts mehr zu ſagen.

Wenn dieß Ihre Antwort iſt, ſo erwarten Sie keine Gunade, erwiederte der Graf ſtolz und verließ das Ge⸗ fängniß zur großen Beruhigung des Gefangenen.

Thaddeus wurde mehrere Stunden wieder ſeinen Gedanken überlaſſen, als das Thor ſeines Gefängniſſes geöffnet und er von einer Abtheilung Soldaten abgeholt wurde, um vor ein Kriegsgericht geſtellt zu werden.

Ich fürchte, daß es Dir hart gehen wird, Stanis⸗ loff, ſagte der die Abtheilung commandirende Offizier, indem er einen mitleidigen Blick auf den Gefangenen warf. Du mußt Dich auf das Schlimmſte vorbereiten.

Fürchte nicht für mich, mein Freund, antwortete Thaddeus;denn ich hoffe, daß weder Du, noch meine anderen Brüder, die Offiziere, mich falſch beurtheilen werden, obgleich ich von dem Spruche des Gerichts voll⸗ kommen überzeugt bin.

Denke nicht, daß Dein Charakter leiden wird, antwortete der Andere.Wir alle fühlen ein warmes Intereſſe für Dein Schickſal.

Dieſes iſt bereits beſtimmt, ſagte der Gefangene. Ich bin bereit, Dich zu begleiten.

Als er vor die höheren Offiziere der Garniſon ge⸗ ſtellt wurde, kann man ſich den Gang des Proceßver⸗ fahrens denken, da der Gouverneur ſeine Verurtheilung beſchloſſen hatte. Er war überwieſen, ſeinen Poſten, deſſen Bewachung ihm anvertraut worden war, verlaſſen zu haben, was ſein eigener Oberſt bezeugte; als man aber im Zweifel war, ob er mtt dem Feinde communicirt habe, traten zwei Diener des Grafen Erintoff hervor, und ſchworen, ihn mit einem der tſcherkeſſiſchen Häupt⸗ linge im Geſpräch geſehen und gehört zu haben, daß er demſelben das Verſprechen gegeben habe, ihn von den Bewegungen der Nuſſen zeitig zu benachrichtigen. Obgleich man großen Zweifel in die Glaubwürdig⸗