14 nahm es, ſie von einem Lager zum andern der zahlrei⸗ chen Banden dieſes Volkes, welche die Moldau durchzie⸗ hen, zu bringen, bis ſie die Donau erreichen konnten, wo dieſelbe die türkiſchen Provinzen durchſtrömt.
Ivan und ſeine zwei Gefährten, welche durch ihre nächtliche Ruhe ſehr geſtärkt waren, ſetzten ſich, nachdem ſie ihrem gaſtfreundlichen Wirthe Lebewohl geſagt hat⸗ ten, auf den Pferden, welche ihnen diefer verſchafft hatte, in Bewegung. Sie wurden von einem Führer begleitet, der ihnen den Weg durch die Gegend zeigen ſollte, bis ſie wieder in ein anderes Lager dieſes Volkes kommen würden. Auf dieſe Art reiſten ſie ſchnell durch die gefürſtete Grafſchaft.
Moldau, das einen Theil des alten Königreiches Dacien bildet, ſeufzte lange unter der eiſernen Herrſchaft der Türken; bis es durch die ſiegreichen Waffen der Ruſſen befreit wurde; das Volk freute ſich Anfangs über die Ausſicht auf Verbeſſerung des Landes unter dem ſegnen⸗ den Schutze einer chriſtlichen Regierung. Leider fand es aber zu ſeinem Schrecken, daß es nur die Herren gewech⸗ ſelt hatte, und daß ſeine neuen Beſitzer feſt entſchloſſen waren, ihm die Ketten, durch welche es gedrückt wurde, noch feſter anzulegen, daß dieſelben allen liberalen Einrich⸗ tungen und allen Verbeſſerungen im Allgemeinen noch mehr entgegen waren. Die armen Bauern hielten ſich kaum von ihren türkiſchen Herrn erlöſt, durch welche ſie geplündert und beraubt worden waren, ſo wurden ſie durch die ruſ⸗ ſiſche Occupationsarmee, welche im Lande eine Stellung bezog, in einen Zuſtand gänzlicher Hungersnoth verſetzt. Obgleich ſie bereits kaum ſelbſt im Stande waren, ihre Nahrung zu finden, wurden ihnen noch ihr Korn und ſonſtige Nahrungsmittel gewaltſam abgezwungen, um damit ihre raubgierigen Gäſte zu ſättigen, und die Vorräthe für die Armee, welche in den Krieg gegen die Türkei verwickelt war, zu ergänzen. Selbſt eine Unterſtützung von Korn, welche ihnen die menſchenfreundlichen Bewohner der be⸗ nachbarten öſterreichiſchen Provinzen ſchickten, wurde


