Erſtes Kapitel.
Welch' heil'gen Namen auch Du angenommen haſt, Bedrückung komme! komm nnd freu Dich Deines Werks! In öde Wüſten hat der Erde ſchönſten Theil 3 Verwandelt Deine Wuth.. Thomson'’s Freiheit.
So weit war Jvan in der Ausführung ſeiner Reiſe glücklich geweſen; es blieben jedoch immer noch manche Schwierigkeiten zu überwinden. Sie wurden jedoch all e durch die Geiſtesgegenwart und den Scharfſinn, den Javis jederzeit entwickelte, befeitigt. Derſelbe legte auch jeder⸗ zeit ſo edle und großmüthige Geſinnungen an den Tag, daß Ivan trotz ihrer Verſchiedenheit im Rang eine auf⸗ richtige Freundſchaft zu ihm zu fühlen anſieng, unab⸗ hängig von der Dankbarkeit, welche er ihm für ſeinen Beiſtand und ſeine Aufmerkſamkeit ſchuldig war.
Deſſen ungeachtet war eine Veränderung in ihm vorgegangen, denn obgleich er wie immer dieſelbe Thä⸗ tigkeit und Einſicht entwickelte, ſo war er doch nicht mehr das fröhliche, ſorgloſe Weſen, das er anfangs zu ſeyn ſchien. Umſonſt gab ſich Ivan Mühe, die Urſache davon zu entdecken; Javis ſtierte zu Zeiten vor ſich hin,
und ſprach im Gehen mit ſich ſelbſt, wie wenn ein wich⸗ tiger Gegenſtand ſeine Gedanken beſchäftigte; ſein Lachen war hohl und ſeine Freundlichkeit gezwungen und un⸗ natürlich. Der junge Conrin heftete oft einen fragenden Blick auf ihn und ſchien auch nicht im Klaren zu ſeyn, wem er den Grund dieſer Veränderung zuſchreiben ſolle. Dieſer war auch ſehr in Ivan's Gunſt vorgeſchritten. durch ſeine artige, beſcheidene Heiterkeit und durch ſein augenſcheinliches Streben, ſich ſeinem ſelbſt angenom⸗
Der Tſcherkeffen⸗Häuptling. II. 1


