Teil eines Werkes 
2. Theil (1838) Der alte Commodore : in drei Theilen / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Peter Simpel," "Ardent Troughton," "der fliegende Holländer" [et]c. ; aus dem Englischen von Dr. G. N. Bärmann
Entstehung
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Der alte Commodore. 181

thier, das nichts thut, als die mühvoll errungenen Früchte des Fleißes Anderer zu verſchlingen. Der Nutzen, den Sie der menſchlichen Geſellſchaft bringen, macht Sie durchaus untauglich zum Leben. Sagen Sie mir doch, Sir, was thun Sie, was thaten Sie jemals für das öffentlich Ihnen dargereichte Brot, womit Sie ſich ſättigen?«

Es verſteht ſich, daß ich einem Manne, wie Mr. Plumerſand, nichts von meinen erhaltenen Wunden, nichts von der Musketenkugel, ſagen konnte, die mir durch den Lungenflügel gefahren war; wohl aber hob ich meine Augen auf und blickte ihm mild in's Ange⸗ ſicht. Der Stachel war in ſeinem Herzen, im Herzen des Mannes mit der gottloſen Zunge, während au meinem Geſichte die Glut der Glückſeligkeit wallte. Ja, ich bemitleidete Mr. Plumerſand in ſo hohem Grade, daß ich ihn beinahe liebte, doch hütete ich mich von Stunde an ihm meinen heilſamen guten Rath je⸗ mals wieder zu ertheilen.

Um dieſe Zeit unſerer Geſchichte bedurfte er jedoch ſolchen Rathes gar ſehr, und zu ſeinem zeitlichen, ja zu ſeinem ewigen Heile würde er beſſer gethan haben, wenn er um guten Rathes willen zu mir, dem alken penſionirten Seemann, gekommen wäre, als daß er ſich in die Schauerſpelunke alles Unheils, in die Schreib⸗ ſtube des Advokaten Scharrfus begab.

Der Lohn, den dieſer Rechtsverdreher für ſeine Rathſchläge erhielt, wog ſchwer, ſehr ſchwer, als Mr. Plumerſand ihn in der Hand hielt; Plumerſand aber fühlte ihn zur Zeit nicht; wohl aber laſtete er ihm ſchwer auf der Bruſt, als er zwei ſchnell verflogene Jahre nachher reuig und ſeeleuerbebend auf ſeinem Ster⸗ bebette ächzte. 3

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