76 Der alte Commodore.
»Was ſoll das heißen?« 1
„»Das war nur ſo eine beiläufige Bemerkung⸗ Sir Oetavius. Was ich eigentlich fragen wollte, iſt, Sir Oliphant, ob Sie nicht irgend ein Liebeszeichen von Ihrer Herzenskönigin beſitzen, durch welches Sie mich bei ihr beglaubigen können?«.
Der Kapitän erröthete bis an die Ohren.»Ich kann ja an ſie ſchreiben— kann ich nicht?« ſagte er gegenfragend, und ſah liebenswürdig verlegen aus.
»Freilich können und mögen Sie das. Aber kennt ſie Ihre Handſchrift. Es darf kein Mißgriff in der Sache gethan werden. Plumerſand iſt ein verſchmitzter Gegner.«
»Das iſt er! Ich weiß nicht, ob Miß Roſa meine Handſchrift kennt, indem ich niemals an ſie ſchrieb. Auch iſt ſie ſo gelehrt, daß ich faſt mich fürchte an ſie zu ſchreiben.«
»Ganz ſo dacht' ich mir's. Bei alldem, Kapitän, müſſen Sie mir Beglaubigung ſchaffen, daß ich für Sie handle. Heraus damit, junger Mann! ſchämen Sie ſich deſſen nicht! Ihr Liebeszeichen! her damit!«
Wie ein Schuljunge, der bei der Aepfelmauſerei er⸗ tappt ward, holte Oliphant unter ſeiner Weſte einen verwelkten Blumenſtrauß hervor.
„»Dieß gab ſie mir geſtern Abend,“« ſagte er.
„Potztauſend! was ſoll ich damit anfangen? Wie kann ich die Echtheit dieſes Plunders beweiſen? Und was wird der Kram nach zwei oder drei Tagen ſein, bevor ich Roſa werde ſprechen können?«
„»Laſſen Sie mich Sie bitten, mir meinen Plunder zurückzugeben,« verſetzte Oliver.»Hätten Sie die Hdand geſehen, die dieſe Blumen pflückte, oder die Augen ger ſehen, die auf dieſelben blickten, ſo würden Sie dieſe
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