Der alte Commodore. 21
Nun war dieſer Ahnherr der Bacuiſſarts, Sir Tho⸗ mas Epinhen, ein rauher und echter alter Englands⸗ ritter, der aus bloßer Liebe zum Kriege und aus An⸗ hänglichkeit an des Königs Perſon ſein ganzes vä⸗ terliches Erbe verkauft, auch ſich ſelber während des ganzen Feldzuges überaus tapfer bewieſen. Er hatte das Leiden Aller mitgetragen, und that, gleich dieſen— wie es bei Voltaire heißt—»ſein Beſtes, die gebilde⸗ teren Franzoſen in eine trübſelige Holterpolter⸗Flucht zu jagen. Ehe jedoch die Beſcheidenheit der Gallier ſo furchterlich geſtachelt ward, daß dieſe vor der Frechheit ihrer Gegner das Haſenpanier ergriffen, ward der rit⸗ terliche Heinrich ſelber zu Boden geworfen und von ei⸗ nem Feindeshaufen umringt. Seine Lage war gefähr⸗ lich, als glücklicherweiſe Sir Thomas Epinhen in das Handgendenge drang, ſich Bahn hieb, den hingeſtreckten König beſchritt, und, obzwar bewehrt und im Barett, doch keine Hoſen oder, wie ſie in der altnormänniſchen Sprache hießen, keine»cuishes« über ſeine Lenden ge⸗ zogen hatte.
Obgleich die Majeſtät ſich daniedergeſtreckt wußte, war ſie doch keineswegs ſo ſehr verletzt oder ſo ſehr entmuthigt, daß ſie ſich durch das Lächerliche ihrer Lage nicht gekitzelt gefühlt hätte. Sobald der König aus dem Gewühl herausgehauen worden war und den tap⸗ fern Degen Thomas Epinhen umarmt hatte, fragte er froh gelaunt dieſen, wie er es gewagt hätte, die Maje⸗ ſtät von England mit ſo vieler Unwürdigkeit zu trak⸗ tiren. Als nun die Schlacht zu Ende kam und jegliche weitere Gefahr beſeitigt worden war, ließ der König ſeinen Befreier vor ſich beſcheiden, umarmte ihn noch⸗ mals Angeſichts des ganzen Hofes, und erkannte ihn öffentlich für ſeinen Lebensretter, und demnach, aller


