IV.
Die anklage.
Vergeblich hatte der König gehofft, ſeiner Schmerzen Herr zu werden, oder ihrer wenigſtens zu vergeſſen, indem er zu ſchlafen verſuchte. Der Schlaf hatte das Lager des Königs geflohen, und wie er jetzt trübe und matt, ſchmerzgeplagt auf ſeinem Rollſtuhl ſaß, dachte er mit finſterm Groll daran, daß der Herzog von Norfolk ihm erſt geſtern erzählt, er habe den Schlaf in ſeiner Gewalt, und könne ihn herbei rufen, wenn es ihm gut dünke. 1
Dieſer Gedanke machte ihn raſend vor Zorn, und zähneknirſchend murmelte er: er kann ſchlafen, und ich, ſein Herr und König, ich bin ein armer Bettler, welcher zu Gott vergeblich um ein wenig Schlaf, ein wenig Vergeſſen ſeiner Schmerzen empor winſelt! Aber dieſer verrätheriſche Norfolk iſt es, welcher mich verhindert zu ſchlafen. Die Gedanken an ihn halten mich wach und ruhelos. Und ich kann dieſen Ver⸗ räther nicht mit dieſen meinen Händen zermalmen, ich bin ein König, und doch ſo machtlos und ſchwach, daß ich kein Mittel finden kann, dieſen Verbrecher an⸗ zuklagen, und ihn ſeiner ſündigen und gottesläſter⸗ lichen Thaten zu überführen. Oh, wo finde ich ihn, dieſen treuen Freund, dieſen ergebenen Diener, der es wagt, meine unausgeſprochenen Gedanken zu ver⸗ ſtehen, und die Wünſche zu erfüllen, denen ich keinen Namen geben darf?.
Wie er das eben dachte, öffnete ſich hinter ihm die Thür und Graf Douglas trat ein. Sein Antlitz war ſtolz und triumphirend, und eine ſo wilde Freude


