— 16—
des Erbarmens mehr Eingang zu ihm finde. Ach, Douglas, Douglas, hütet Euch vor meinem Zorn, wenn Ihr nicht beweiſen könnt, was Ihr da ſagt!
Sire, ich kann es beweiſen! Denn Lady Jane hat Feſern ſelbſt ein Briefſchen von Marie Askew an die Königin übergeben müſſen.
Der König ſchwieg eine Zeitlang und blickte finſter vor ſich nieder. Seine drei Vertrauten betrachteten ihn mit athemloſer, herzklopfender Spannung.
Endlich hob der König ſein Haupt wieder empor und richtete ſeinen Blick, welcher jetzt ernſt und feſt war, auf den Lordkanzler hin.
Mylord, Kanzler Wriothesly, ſagte er, ich bevoll⸗ mächtige Euch, Marie Askew in die Folterkammer zu führen und zu verſuchen, ob die Qualen, welche man dem Körper bereitet, vielleicht dieſe verirrte Seele wieder zur Erkenntniß zurückzuführen vermögen. My⸗ lord, Erzbiſchof Gardiner, ich gebe Euch mein Wort, daß ich Eure Anklage gegen den Erzbiſchof von Can⸗ terbury wohl beachten werde, und daß, wenn ich ſie gerechtfertigt finde, er ſeiner Strafe nicht entgehen ſoll. Mylord, Graf Douglas, ich werde meinem Volke und der ganzen Welt den Beweis liefern, daß ich immer noch der gerechte und ſtrafende Stellvertreter Gottes auf Erden bin, und daß keine Rückſicht meinen Zorn hemmen, kein Bedenken meinen Arm aufhalten kann, wenn er einmal hernieder fallen will, das Haupt eines Schuldigen zu treffen.— Und jetzt, meine Her⸗ ren, laßt uns dieſe Sitzung für beendigt erklären. Erholen wir uns ein wenig von den Anſtrengungen, und verſuchen wir es, auf eine kurze Stunde uns zu erheitern.
Ihr ſeid entlaſſen, Mylords Gardiner und Wrio⸗ theslhy. Du, Douglas, wirſt mich in den kleinen


