Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 3. Band (1859)
Entstehung
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Dann wandte er ſich ab und ſchritt gerade auf die Thür zu. Ohne nur noch ein einziges Mal zurückzublicken, ging er hinaus; hochgehobenen b Hauptes, ſtolz aufgerichtet ſchritt er durch die Gemächer dahin, nach jenem Zimmer, welches früher das ſeine geweſen. Jetzt hatte er Alles, was in demſelben ſich befunden, fortſchaffen laſſen; das ſonſt ſo glän⸗ zende Gemach war öde und leer, die ſchönen Meubles waren verſchwun⸗ den, und auch die Bilder von den Wänden. Nur Ein Bild hing noch dort, das Bild, welches Camilla im Brautanzug darſtellte. Vor dieſem Bilde blieb Lord Elliot ſtehen. Lange und unverwandten Blickes ſchauete er zu ihm empor, als wolle er dieſes Bild tief in ſeine Seele prägen, als nehme er vor demſelben Abſchied von ſeiner Jugend, von ſeinem Glück, von allen Illuſionen ſeines Lebens.

Lebewohl! ſagte er dann ganz laut, lebewohl, Camilla, meine Braut! Der Traum iſt zu Ende, lebewohl!

Er zog ein kleines Stilet hervor und durchſchnitt das Bild, daß es von oben bis unten in zwei Hälften auseinander klaffte, dann wandte er ſich ab, und ſchritt langſam wieder hinaus, über den Corridor und

ddie Treppe hinunter zu ſeinem bereitſtehenden Wagen, in welchem ſein 3 Sreund, der Doctor Belitz, ihn erwartete. Jetzt, Doctor, ſagte er, bin ich fertig. Und jetzt bitte ich Sie, mir 4 auf einige Tage ein Bett in Ihrem Hauſe zu leihen, denn ſeit zehn Ta⸗ gen durchraſt mich ein hitziges Fieber!*)

Während der Lord mit dem Doctor zu deſſen Wohnung fuhr, ſtan⸗ den Camilla und der beau cousin ſich noch immer ſchweigend gegenüber. Keiner von ihnen wagte die Stille zu unterbrechen, Keiner von ihnen mochte die Augen zu dem Andern erheben, um ihn anzuſehen. Auf ein⸗ mal unterbrach ein Geräuſch draußen an der Thür dieſes ſchauerliche Schweigen; die Thür ward geöffnet und der General von Saldern, der Generaladjutant des Königs, erſchien in derſelben.

Camilla hatte nicht die Kraft ihm entgegen zu gehen, ſie erwiederte mit einem matten Neigen des Kopfes den Gruß des Generals, der den

») Thiébault. Vol. III. p. 290 310.