jungen Dichter und Dichterlinge, unſerer Eintagsfliegen des Ruhms haben. Glückliche Leute, welche ſo klug, ſo ſtolz, ſo geiſtreich ge⸗ boren werden, daß ſie gar nichts zu lernen, gar nichts zu wiſſen brauchen, als ſich ſelber, welche gar keine Autoritäten, keinen Reſpect vor Anderen kennen, ſondern die ſich ſelber ihre einzige Autorität ſind, das einzige Weſen, vor dem ſie Ehrfurcht em⸗ pfinden— das einzige Weſen, mit dem ſie zufrieden ſind.— Ich, wie geſagt, kenne dies beſeligende Gefühl des Zufriedenſeins mit meinen Arbeiten nicht. Noch niemals haben dieſelben meinem Wollen, meinen Intentionen genügt, immer habe ich gefühlt, daß meine Kraft ſchwächer als mein Wille, daß ich immer und immer nur eine Strebende, eine Fortſchreitende, eine Wollende bin!
So bitte ich meine Leſer um Nachſicht auch für die letzte Abtheilung dieſes Werkes, das jetzt in dreizehn Bänden geſchloſſen vor ihnen liegt. Ich habe wenigſtens ein ehrliches Streben ge⸗ habt, es iſt mir um die innere Characterentwickelung dieſes großen Mannes zu thun geweſen, den Viele nur als den kühnen Helden, Viele als den weiſen Geſetzgeber, den ſelbſtregierenden König, ſehr Wenige aber als den zartfühlenden, weichen Menſchen kennen, der er wirklich war. Ich wollte Friedrich als den Menſchen zeichnen und aus ſeiner Seele und ſeinem Herzen heraus ſein Leben ent⸗ wickeln. Das iſt mein Beſtreben geweſen, meine einzige Abſicht! Immer mein Ziel vor Augen habend, bin ich vorwärts geſchritten, nicht rechts noch links ſchauend, buhlend um keine Gunſt, um keinen Beifall, nur genügen wollend meiner eigenen Idee, und der hohen Begeiſterung, die ich für den großen Menſchen Friedrich den Zweiten empfinde, nur nachſtrebend dem großen Ziel, das ich mir ſelber geſteckt.—


