ihm nieder, die Landſchaft hatte denſelben lieblichen, ſanften und heiteren Ausdruck, die Vögel ſchmetterten ihre Lieder fort, und jubelnd ſchwang die Lerche vom nahen Kornfeld ſich in die Luft empor.
Dieſe heitere, ruhige Stille der Natur ängſtigte den alten gram⸗ erfüllten Mann. Dies Schweigen kam ihm ſo öde, ſo troſtlos vor, denn die Natur ſpricht nur zu Denen, welche ein Ohr haben zu hören, und wer ihr nicht ein ganzes Herz entgegen trägt, dem ſagt ſie nichts.
Der Greis erhob ſich und ſchritt dem Dorfe zu. Er ſehnte ſich Menſchen zu ſehen, einen Blick der Liebe, der Theilnahme von Menſchen zu erhalten, die ſeinen Kummer verſtänden, die gleich ihm litten, gleich ihm bangten und zagten, und nicht ewig lächelten, ewig ihre Heiterkeit zur Schau trugen, wie die Natur!
Er ging alſo in's Dorf und überließ Phylax die Sorge, ſeine Heerde zu bewachen. Und wie wohl that es ſeinem Herzen, als er da⸗ hin ſchritt in die große Straße von Brünen, überall aus den Hütten freundlichen Zuruf und herzlichen Gruß zu empfangen. Wie fühlte er ſich getröſtet und glücklich, wenn hier und dort die Bauern(denn es war Mittagszeit, und ſie waren alle daheim, um zu eſſen und auszuruhen von der Arbeit), aus ihren Hütten ihm entgegeneilten, und ihn dringend baten, zu ihnen einzutreten, ſich an ihren Tiſch zu ſetzen und mit ihnen zu eſſen, und es faſt übelnahmen, wenn er es verweigerte, weil ja da⸗ heim ſein Mittageſſen ihn erwartete, welches ihm jeden Tag vom Päch⸗ ter des Dorfes geſchickt ward.
Dieſe Menſchen liebten ihn, ſie hatten Mitleid mit ſeiner Einſam⸗ keit, ſie erzählten ihm von ihren eigenen Sorgen, ihren eigenen Befürch⸗ tungen, und indem er ſie tröſtete und ihnen Muth zuſprach, fühlte er ſich ſelber mehr erkräftigt, mehr befähigt zu hoffen und zu tragen, was Gott ſchicken möchte.
Und ſo erzählten ſie ſich von den fernen Söhnen und Freunden, deren Heimkehr ſie Alle mit ſo viel Sehnſucht erwarteten, ſo klagten ſie einander ihren Kummer, jetzt den übermüthigen Franzoſen unterthan zu
„ ſein, und nicht mehr den großen Friedrich ihren König nennen zu ſollen, und nicht mehr ihm ihr ſauer erworbenes Geld zahlen zu dürfen, ſondern


