Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 1. Band (1859)
Entstehung
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zwei öſterreichiſche Officiersuniformen herauszufinden, und die beiden preußiſchen Grenadiere gingen ſchnell daran, die beiden Todten ihres Ueberkleides zu berauben, um ſich daſſelbe anzulegen.

Aber mitten in der Arbeit hielt Karl Heinrich inne. Ich weiß nicht, ſagte er ſchaudernd, mich überläuft's ganz kalt, wenn ich denke, daß ich den Rock anziehen ſoll, den ich von einer Leiche genommen habe. Mir ſcheint, die Leichenkälte wird in meine eigenen Glieder ziehen, und ich werde nie wieder warm werden.

Fritz Kober ſah ihn mit weit aufgeriſſenen Augen an. Ich weiß nicht, ſagte er, was Du immer für Gedanken haſt, auf die kein an⸗ derer Menſch kommt. Aber Recht haſt Du, Karl Heinrich, es iſt ein froſtiges Ding.

Er war jetzt mit ſeiner Arbeit fertig, und mit ſeltſamer Haſt ſeine eigene Jacke ausziehend, zog er ſchnell den weißen Officiersrock des Oeſterreichers an.

Ein Glück iſt's, daß wir nicht nöthig haben, die Beinkleider zu wechſeln, ſagte er, ein bischen dunkler oder heller grau, das macht in der Nacht keinen Unterſchied.—

Eben war Karl Heinrich auch mit ſeiner Arbeit fertig geworden und ſchickte ſich an, gleichfalls den Rock eines Todten anzulegen, als Fritz Kober plötzlich ſeinen Arm faßte und ihn zurückhielt.

Halt einmal, ſagte er, Du mußt mir einen Gefallen thun, Du mußt mit mir tauſchen. Der Rock hier iſt mir zu eng und kneift mich fürch⸗ terlich. Du biſt viel ſchlanker, als ich, und ſo wird er Dir paſſen. Nimm ihn und gieb mir Deinen!

Er zog haſtig den Rock wieder aus und reichte ihn ſeinem Freunde hin. Aber dieſer wehrte ihn ſanft zurück. Nein, Fritz Kober, ſagte er mit einer ſo ſanften und weichen Stimme, daß Fritz ſich ganz verwirrt und gerührt davon fühlte, nein, Fritz, ich verſtehe Dich ganz gut. Du haſt ein Herz wie ein Engel, und Du thuſt nur ſo, als ob Dir der Rock zu enge iſt, weil Du mir den geben willſt, den Du ſchon durch⸗ gewärmt haſt.

Ein Glück war's, daß Fritz Kober eben dem Mond den Rücken zugekehrt hatte, ſonſt würde ſein Freund geſehen haben, daß eine tiefe