Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 1. Band (1859)
Entstehung
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Prophezeihungen ſeiner Propheten aufnimmt. Wir können darnach er⸗ meſſen, ob wir Ausſicht haben, bald Frieden und Freiheit zu erlangen, denn die Stimmung des Volkes iſt in der Politik doch immer eine ent⸗ ſcheidende. 1

Er nahm ſeinen Offiziershut und die Herren mit einem Kopfnicken begrüßend, verließ er eilig das Zimmer.

III. Rannzi.

Der Graf Ranuzi ſah dem Ruſſen mit einem ſpöttiſchen Lächeln nach. Wiſſen Sie, Monſieur de Belleville, wohin er geht? fragte er dann.

Nun, ich denke, auf den Platz da unten, wie er geſagt hat.

Ja, er hat uns aber nicht geſagt, was er da will, indeß ich errathe es. Er will hinunter gehen, um ſich der Wahrſagerin zu nähern, und dieſer ein Zeichen zu geben, daß ſie zu weit gegangen iſt in ihrem Eifer, und daß ſie leicht dadurch ihr Spiel verrathen könnte.

Ah, Sie meinen alſo, daß Herr von Giurgenow die Wahr⸗ ſagerin kennt?

Ich bin deſſen ganz gewiß! Herr von Giurgenow hat dieſe beiden Charlatans gedungen, damit ſie das Volk aufregen und es gegen den Krieg ſtimmen ſollen. Indeſſen iſt das ein ziemlich gewöhnliches, und auch ſchon ziemlich verbrauchtes Mittel, das namentlich hier in Preußen gar nicht fruchten kann. Denn hier macht das Volk nicht die Politik, ſondern der König, und das Volk iſt nichts, als eine Maſſe von Unter⸗ thanen, welche gehorſam das thut, was ſein König befiehlt, ſelbſt wenn ſie wiſſen, daß ſie dabei zu Grunde gehen. Herr von Giurgenow hat da weit fehlgegriffen, und er hätte das berechnen können. Wenn Sie,

Monſieur, dieſes Mittel ergriffen hätten, ſo wäre das begreiflich geweſen, Mühlbhach, Friedr. d. Gr. u. ſ. Geſchw. 2. Abth. I. 2