Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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mit einem ſeltſamen, traurigen und liebevollen Blick zugleich auf dieſen Mann gerichtet, der ihm ſo viel Weh bereitet, ihm ſo viel Qual auferlegt und der jetzt geſenkten Hauptes mit niedergeſchlagenen Augen und hochklopfendem Herzen vor ihm ſtand.

Plötzlich, mit einer raſchen Bewegung ſtreckte der König ſeine

Hand aus und ſagte milde: guten Tag, Derſchau! Es war das erſte Mal ſeit ſieben Jahren, daß Friedrich zu ihm ſprach, und dieſer ſanfte und milde Gruß rührte und erſchütterte des Oberſten Herz. Er neigte ſich nieder auf die dargereichte Hand, und indem er ſie küßte, fiel eine heiße, brennende Thräne aus ſeinen Augen auf dieſe Hand nieder.

Oberſt von Derſchau, ſagte der König, Sie ſind meinem Vater ſtets ein treuer und gehorſamer Diener geweſen, Sie haben in Allem pünktlich ſeinen Willen befolgt und ihm einen willenloſen Gehorſam dargebracht. Dem Sohne ſteht es zu, die treuen Diener ſeines Va⸗ ters zu belohnen. Sie ſind von heute an General⸗Major!

Dann wandte der König ſich um und wie ſein Blick ſich jetzt auf den Geheimrath von Eckert richtete, war er nicht mehr milde und verſöhnend, ſondern hart und ſtrenge.

Iſt das Wappen ſchon über dem Hauſe in der Jägerſtraße auf⸗ gerichtet? fragte er ſtrenge, und als Eckert verneinte, fuhr der König fort: ſo rathe ich Ihm, daſſelbe nicht aufrichten zu laſſen! Dieſes Haus iſt königliches Eigenthum und ich will nicht, daß es durch eine ſolche Albernheit verunſtaltet werde. Geh' Er nach Hauſe. Ich werde Ihn meine Befehle wiſſen laſſen!

Bleich, zerbrochenen Herzens ſchlich der Geheimrath von Eckert ſich fort, Hohngelächter und halblautes Gemurmel begleiteten ihn auf ſeinem Wege durch die Säle, Keiner hatte für ihn ein Wort des Bedauerns, des Mitleids. Keiner erinnerte ſich jetzt noch der ſo oft beſchworenen Freundſchaft, der ſo dringend wiederholten Zuſicherungen der Ergebenheit und Dankbarkeit.

So durchſchritt er die Säle, gebeugten Hauptes, zerknirſcht und zitternd. Wie er ſich der Ausgangsthür nahete, trat der Baron von Pöllnitz zu ihm heran. Ein wildes, höhniſches Lächeln ſchwebte um