Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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zeſſin und die Verlegenheit der Frau von Morien knüpfte, und horchten daher aufmerkſam der Antwort der ſchönen Frau entgegen.

Eine augenblickliche Pauſe trat ein. Plötzlich brach Fräulein von Schwerin in ein fröhliches Lachen aus. Nun, ſagte ſie, haben Sie Ihren Namen vergeſſen, Frau von Morien? Wiſſen Sie nicht mehr, daß Sie Leontine genannt werden?

Leontine! rief die Kronprinzeſſin heftig, und ihre Finger ſchloſſen ſich ſo krampfhaft um das Glas, daß es klirrend und mit einem ſchneidenden Wehelaut in ihrer Hand zerbrach.

Der Kronprinz ſah die erſtaunten, fragenden Blicke der Geſell⸗ ſchaft ſich auf ſeine Gemahlin heften, er fühlte, daß er der allge⸗ meinen Aufmerkſamkeit eine andere Richtung geben, daß er die That der Prinzeſſin in einen Scherz verwandeln müſſe.

Sie haben Recht, Eliſabeth! ſagte er daher lachend. Die Lichter ſind herabgebrannt, die Illumination hat begonnen, das Feſt iſt zu Ende, und wie wir vorher den Göttern mit dem Gedicht ein Opfer gebracht, ſo müſſen wir es jetzt mit den Gläſern thun, aus denen wir uns einige Stunden des Glückes, des Frohſinns und des Ver⸗ geſſens getrunken haben! Den Göttern opfere ich daher dieſes Glas! Ihr Alle folgt meinem Beiſpiel!

Er hob ſein Glas empor und warf es über ſeine Schulter auf den Boden, daß es klirrend zerbrach.

Alles folgte laut jubelnd und lachend dem Beiſpiel des Kron⸗ prinzen und ſeiner Gemahlin. Jauchzend hob Jeder ſein Glas und warf es zur Erde. Das war ein Klirren und Klingen, ein Schreien und Lachen ohne Ende. In wenigen Minuten waren alle dieſe leuchtenden kryſtallhellen Gläſer nichts mehr als funkelnde Scherben, die zerbrochen und zerſtreut den Fußboden bedeckten.

Aber die von Wein und Luſt trunkene Geſellſchaft war noch nicht befriedigt mit dieſem erſten, den Göttern dargebrachten Opfer. Sie durſtete nach einer Fortſetzung deſſelben, das Zerſtören war zu einer raſenden Luſt, einem wilden Entzücken geworden.

Man hatte damit angefangen, die Gläſer zu zerbrechen, man 8*