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von Blumen und Frlchten duftenden, von reichem Silbergeſchirr 2 ſtrahlenden Tafel.
Der Gärtner von Rheinsberg, mit Namen Friedrich von Hohen⸗
zollern, ladet ſeine Freunde ein, zu koſten, was er zu Stande ge⸗
bracht hat! ſagte der Kronprinz, auf die große, duftende Melone deu⸗
tend, welche vor ſeinem Teller ſtand. Setzen wir uns alſo und ſeien
wir heiter und luſtig. Denn zum Glück iſt der Kronprinz nicht zu
Hauſe und wir dürfen alſo Alle ganz sans géne ſein und uns ganz
unſerer Laune überlaſſen, wie es die Mäuschen thun, wenn die Katze
nicht zu Hauſe iſt. Er ſetzte ſich neben ſeiner Gemahlin nieder und winkte dann Frau von Morien an ſeine linke Seite, indem er mit einem be⸗ zaubernden Lächeln halb leiſe zu ihr ſagte: Sie müſſen heute meine Retterin ſein, ſchönſter Sturmwind. Mein Herz ſteht in Flammen und bedarf der Abkühlung. Blaſen Sie alſo, blaſen Sie, damit es kühl werde und ſich nicht verzehre in ſeinen eigenen Flammen.
Oh, dieſes Herz iſt ein Phönix, flüſterte Frau von Morien, 4 aus der Aſche ſteigt es immer wieder neuverjüngt empor.
Aber nur um ſich auf's Neue zu verzehren in ſeinen Gluthen, ſagte der Prinz leiſe. Dann nahm er das Glas zur Hand, und mit ſeinen leuchtenden Blicken die ganze reiche feine Tafelrunde muſternd, ſagte er: Der erſte Toaſt gilt heute der Jugend! Dieſer ſüßen Thorheit, um welche uns die Alten beneiden und von welcher wir leider mit jedem Tage mehr geheilt werden. Der Jugend und 5 der Schönheit, welche beide heute hier ſo glänzend vertreten ſind, daß man meinen ſollte, Frau Venus habe uns alle ihre Töchter und Geſpielinnen, aber auch alle ihre Liebhaber geſandt, ſowohl die ab⸗
geſetzten und verlaſſenen, als auch die, welche ſie erſt noch zu ver⸗ 4 laſſen gedenkt und die ſie augenblicklich noch begünſtigt und ihnen ſchön thut.
Alle lachten und ſtießen fröhlich mit den Gläſern an und aßen mit ſichtlichem Behagen von dieſen köſtlichen, duftenden Speiſen, welche die Meiſterhand Duvals, des franzöſiſchen Koches, bereitet 1 hatte und welche der Kronprinz würzte mit pikanter Unterhaltung


