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fordernden Blicken, zu dem reizenden, lockenden Lächeln ihrer Lippen paßte.
Sicher war auch ſie nicht gekommen, um nur die Schönheit und Friſche der Morgenluft einzuathmen und an der Pracht der Blumen ſich zu erfreuen. Ihr Auge ſchweifte theilnahmlos darüber hin und achtlos eilte ſie vorüber an den Fliederbüſchen und dem duftenden Jasmin. Jetzt, am Ende der langen Allee blieb ſie einen Moment ſtehen und warf ihre ſpähenden Blicke nach allen Seiten umher. Als ſie ſah, daß Niemand in ihrer Nähe und ſie ganz allein, ganz unbe⸗ obachtet war, ſchlüpfte ſie zur Seite in das dichte Bosket und gelangte endlich, auf einem engen und überwachſenen Pfade weiter gehend, zu der Ringmauer des Gartens. Vor einer, in derſelben angebrachten Pforte blieb ſie ſtehen und lauſchte mit angehaltenem Athem. Als Alles ſtill blieb, klatſchte ſie dreimal in die Hände, dann lauſchte ſie wieder.— Jetzt ließ ſich jenſeits der Mauer daſſelbe dreimalige Hände⸗ klatſchen vernehmen. 3
Die Dame lächelte zufrieden und rief mit lauter, ſilberheller Stimme: Guten Morgen im Namen Gottes!
Und des Teufels! erwiederte eine tiefe männliche Stimme von der andern Seite der Mauer. 3
Er iſt's! flüſterte die Dame, indem ſie raſch aus ihrer Kleider⸗ taſche einen Schlüſſel hervorzog und die Thür in der Mauer öffnete.
Sofort ſchlüpfte der Mann, welcher draußen geſtanden, herein, und ſich tief vor der Dame verneigend, küßte er ehrfurchtsvoll ihre dargereichte Hand.
Guten Morgen, Graf Manteuffel, ſagte die Dame lächelnd. Sie ſind in der That ſo pünktlich, als ob Sie zu einem verliebten Stelldichein gekommen wären.
Tempi passati! ſeufzte der Graf. Ich bin verheirathet!
Ich auch! lachte die Dame. Das hindert indeß nicht, daß—
Daß Sie noch immer feurige Bewunderer und ſchmachtende Lieb⸗ haber finden, unterbrach ſie der Graf. Aber Sie ſind noch immer jung und ſchön, während ich alt geworden bin! Sagen Sie mir, Gnädigſte, wie Sie es angefangen haben, immer noch ſich dieſe rei⸗
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