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Sie ſind auch für eine Fürſtin beſtimmt, ſagte er ganz leiſe, für meine Fürſtin!
Ach, Ihr habt alſo noch eine beſondere Fürſtin, für die Ihr Blumen pflückt?
Ja, ich habe noch meine Fürſtin, der ich diene, die über mich zu gebieten hat, für die ich bereit bin, mein Leben hinzugeben, für die ich Räuber, Mörder und Wegelagerer werden kann, wenn ſie's will und wenn ſie mir einen Wink giebt, es zu thun! rief der feu⸗ rige junge Mann mit aller Energie eines leidenſchaftlichen, ungebän⸗ digten Naturells..
Fräulein von Schwerin ſpielte nachläſſig mit dem Fliederbüſchel, das ſie in der Hand hielt. Sie pflückte die einzelnen kleinen Blüthen davon ab und warf ſie in die Luft und blies ſie, ſich auf die Spitzen ihrer niedlichen Füßchen erhebend und hin und her tänzelnd, immer wieder empor, wenn ſie herabflatterten.
Ich möchte wohl wiſſen, ſagte ſie dann lächelnd, woher es kommt, daß ich alle Morgen einen ſo prächtigen Blumenſtrauß in meinem Zimmer finde, und wer ſo kühn iſt, mir ein Bouquet zu pflücken, das ſchönere Blumen enthält, als alle Vaſen in den Zimmern der Kronprinzeſſin.
Sicher iſt es Jemand, der das gnädige Fränulein anbetet, ſagte der junge Gärtner mit niedergeſchlagenen Augen und über ſeine eigene Kühnheit erröthend.
Dann muß es alſo ein vornehmer Herr ſein, einer von den Hofcavalieren des Kronprinzen vielleicht, rief Fräulein von Schwerin mit einem neckiſchen Seitenblick auf ihren verlegenen Anbeter. Wer anders könnte es wagen, mich zu lieben und mir Blumen zu ſchenken!
Ja, Ihr habt Recht, wer könnte es wagen, murmelte Fritz Wendel traurig. Aber Fräulein, haben Sie niemals gehört von ſolchen Wahnſinnigen, die ganz das Bewußtſein deſſen verlieren, was ſie ſind, und ſich für Könige und Kaiſer halten und ſelber Gott ſich gleichzuſtellen wagen? Vielleicht iſt derjenige, welcher Euch die Blu⸗ men bringt, ein ſolcher Wahnſinniger, und eben weil er toll iſt, hielt er ſich für Ihresgleichen! 3


