Sire, ſagte der Kammerdiener, die befohlenen Herren warten im Vorzimmer.
Wiſſen ſie, weshalb ich ſie rufen ließ? fragte der König, eine große Rauchwolke aus ſeinem Munde blaſend.
Majeſtät hatten mir verboten, es ihnen zu ſagen.
So gehe jetzt zu ihnen und ſage ihnen, ich ſei heute ſo grimmig, wie Du mich lange nicht geſehen. Ich ſtände mit dem Krückſtock an der Thür und habe befohlen, daß ſie nur einer nach dem andern zu mir eintreten ſollten.
Der Kammerdiener eilte hinaus zu den wartenden Cavalieren und wie er die Thür öffnete, ſahen dieſe den König, welcher mit dem drohend gehobenen Stock neben der Thür ſtand.
Was iſt's? Warum zürnt der König? Was für Befehle bringt Ihr uns von Sr. Majeſtät? fragten die Herren angſtvoll und haſtig durcheinander.
Der Kammerdiener nahm eine entſetzlich ſchauerliche Miene an. Se. Majeſtät iſt heute ſehr zornig, ſehr übler Laune. Wehe dem, über den die Wolke ſeines Zornes ſich entladen wird. Sie iſt zum Platzen voll! Er befahl mir, den Herren hier zu ſagen, daß Jeder von Ihnen einzeln, nicht Alle auf einmal zu ihm eintreten ſollten. Gehen Sie alſo. Laſſen Sie um's Himmelswillen den König nicht warten!
Die ſechs Cavaliere ſchauten einander bleich und unſchlüſſig an. Jeder von ihnen hatte das drohende Bild des mit, erhobenem Stock an der Thüre ſtehenden Königs geſehen, Keiner wollte der Erſte ſein, unter dieſem Joch hindurch zu gehen. 4
Ew. Durchlaucht haben den Vortritt, ſagte der Ober⸗Kammer⸗ herr von Pöllnitz, ſich vor dem Herzog von Holſtein tief verneigend.
Nicht doch, ſagte dieſer, Sie wiſſen es wohl, daß Se. Majeſtät nichts von der Etiquette hält und es ſehr übel aufnehmen würde, wenn wir eine ſolche beobachten wollten. Gehen Sie ſelber zuerſt hinein, mein lieber Pöllnitz.
Oh, nicht ich, Durchlaucht. Ich würde es nicht wagen, vor Ihnen Allen den Vortritt zu nehmen. Wenn Sie dieſe Ehre ab⸗


