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die jungen Burſche immer zu fürchten, daß der König wegen ihrer Geſtalt ſie ergreifen und irgend einem Regimente einverleiben ließ, oder ſie ausſchalt wegen ihres müßigen Umhertreibens auf der Straße. Deshalb, ſobald der König das ſtolze Schloß ſeiner Ahnen verließ und auf die Straße ging, flüchtete Jeder angſtvoll in irgend ein Haus, eine abgelegene Gaſſe, um nicht dem Könige zu begegnen.
Aber jetzt freilich hatte man nichts zu fürchten von dem gefeſ⸗ ſelten König; die Königin durfte ſonder Angſt ihre Brillanten anlegen, die Berliner durften, ob groß ob klein, ungefährdet durch die Straßen gehen, denn der König war leidend, gefeſſelt an ſeinen Rollſtuhl und hämmerte und hobelte an ſeinen Käſtchen von Lindenholz. Indeß dieſe Beſchäftigung hatte auch ihre wohlthuende, mediciniſche Seite und das Arbeiten zerſtreute den König nicht blos in ſeinen Schmerzen, ſondern es curirte ihn zuweilen auch von denſelben. Das raſche und unaufhörliche Bewegen der Hände und Arme theilte dem ganzen Kör⸗ per eine wohlthuende Wärme mit, verſetzte die Haut in eine gelinde Tranſpiration, die beruhigend auf die Nerven wirkte und ihn auf Stunden ſeiner Schmerzen vergeſſen machen konnte.
Auch heute übte das Hobeln ſeine Heilkraft auf den König, auch heute konnte er ſich auf einige glückliche Momente einbilden, daß die Gicht, dieſer böſe Teufel den Beſchwörungen der Arbeit nachgegeben und ſeinen Körper verlaſſen habe.
Er erhob ſich von ſeinem Rollſtuhl und ſtreckte mit einem ent⸗ zückten Ausruf die Arme weit aus, als wolle er die ganze Welt in ſeine Arme ſchließen, welche jetzt ihre Muskelkraft und ihre Lebens⸗ ſtärke wieder gewonnen, er rief mit mächtiger Stimme die im Neben⸗ zimmer harrenden Diener und befahl ihnen, eilig die Herren vom Tabackscollegium zuſammen zu rufen und Alles zu einer Sitzung zu ordnen.
Aber dieſe Herren ſind drüben auf dem Ballfeſt der Königin, ſagte der erſtaunte Kammerdiener.
So ſoll man ſie von dorther rufen, befahl der König. Es ſind glücklicher Weiſe keine Tänzer unter ihnen, ſondern ihre Glieder ſind ſteif und ungeſchmeidig und die ſchönen Fräulein würden einen Schreck


