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ſich wirklich hinter dem Farrenkraut, und jetzt trat eine weiß gekleidete, weibliche Geſtalt hervor, und warf ſich zu den Füßen der Königin nieder..
Gnade, Majeſtät, Gnade! Ich bin unſchuldig an dieſer Störung. Ich bin in dieſer Grotte einge⸗ ſchlafen und erſt erwacht, als es ſchon zu ſpät war, als Ew. Majeſtät ſchon in die Grotte eingetreten waren, und ich alſo nicht mehr entfliehen konnte. So bin ich eine unfreiwillige Zeugin Ihrer Unter⸗ redung geworden. Das iſt mein ganzes Vergehen.
Die Königin hörte mit einem ſeltſamen, erſtaun⸗ ten Ausdruck zu, während der Prinz mit wahrhaftem Entſetzen auf dieſe knieende Geſtalt hinblickte, welche hier auf eine ſo räthſelhafte und unerklärliche Weiſe ſtatt ſeiner Geliebten gefunden ward.
Das iſt nicht die Stimme des Fräuleins von Pan⸗ newitz, ſagte die Königin erſtaunt, und indem ſie an der Knieenden vorüber in den helleren Blumenſalon zurück trat, ſagte ſie: ſtehen Sie auf und kommen Sie hierher, damit ich Ihr Antlitz ſehen kann.
Die Dame erhob ſich und trat vor. Louiſe von Schwerin! riefen die Königin und der Prinz zu gleicher Zeit, während das kleine Hoffräulein ihre gefaltenen Hände flehend zu der Königin erhob, und mit dem Ausdruck kindlicher Unſchuld ſagte: oh, Majeſtät, haben Sie Erbarmen mit mir! Ich war ſo ſehr müde von dem geſtrigen Ball, und da Ew. Majeſtät ſchliefen, ging ich hierher, um auch ein wenig zu ſchlafen ob⸗
wohl ich nicht vergeſſen hatte, daß Ew. Majeſtät es nicht gern ſehen, wenn wir dieſes Treibhaus allein beſuchen. Sophie Dorothea würdigte ſie kein Blickes; ihre Augen ruhten mit einem ſtrengen, verachtungsvollen Ausdruck auf ihrem Sohn.. Friedrich der Große. III.. 13


