Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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beſudeln, und wenn ſie den Muth haben, ein Unrecht zu begehen, ſo ſollten ſie auch den Muth haben, es einzugeſtehen.

Ich verſtehe Sie nicht, meine theure Mutter, ſagte der Prinz, und dem ſtolzen, durchbohrenden Blick der Königin mit ruhiger Faſſung begegnend fügte er hinzu: ich bin mir keines Unrechts bewußt, und habe daher auch keins einzugeſtehen.

Nun beim Himmel, dies iſt eine Vermeſſenheit, welche es verdient, daß man ſie entlarvt, rief die Kö⸗ nigin, welche jetzt nicht mehr die Kraft in ſich fühlte, ihren aufwallenden Zorn zu beſänftigen. Wiſſen Sie alſo, Prinz, daß ich mich von Ihrer Unbefangenheit und Ihrem Jugendſtolze nicht täuſchen laſſe. Ich weiß, daß Sie nicht allein waren, ich ſelber ſah die Dame hierher gehen, welche Ihnen bis zu meinem Erwachen Geſellſchaft leiſtete, und ich bin ihr hierher gefolgt.

So ſind Ewe Majeſtät, wie es ſcheint, einer Fata Morgana gefolgt, ſagte der Prinz mit einem erzwun⸗ genen Lächeln, denn wie Sie ſehen, bin ich allein, und Niemand, außer mir iſt in dieſem Blumenſalon gegen⸗ wärtig.

Aber indem der Prinz ſo ſprach, gleitete ſein Blick ganz unwillkührlich nach der Grotte hinüber, welche ſein Geheimniß verbarg.

Die Königin Sophie Dorothea fing dieſen Blick auf, und verſtand ſofort deſſen Bedeutung.

Es iſt Niemand in dem Salon, wir wollen indeß ſehen, ob auch in der Grotte Niemand iſt, ſagte ſie, indem ſie haſtig einige Schritte vorwärts that.

Der Prinz faßte ihre Hand und hielt ſie zurück. Ich beſchwöre Sie, meine Mutter, ſagte er dringend, gehen Sie nicht zu weit in Ihrem Verdacht und in Ihren Nachforſchungen. Bedenken Sie immer, daß