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1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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waren lange ſchon ſehr locker geweſen, und die Pro⸗

phezeihung des Königs von Preußen hatte ſchnell genug

ihre Beſtätigung gefunden, dieſe Prophezeihung, welche der König in Kroſſen gemacht. Als er mit ſeinem Heer von Berlin kommend, in Kroſſen einmarſchirte, fiel die große Glocke des Hauptkirchthurms mit don⸗ nerndem Geräuſch aus dem Dachſtuhl herunter, und

zerſchmetterte in ihrem Fall einen Theil der alten Kirche.

Und ein ahnungsvolles Grauen durchlief das preußiſche Heerr, ſelbſt die alten krieggewohnten Generäle machten ein ſorgenſchweres Geſicht, und deuteten dieſen Glocken⸗ ſturz als ein böſes Omen für die preußiſchen Truppen. Der König allein lächelte, und wie Cäſar, als er bei

der Landung in Afrika fiel, geſagt hatte:„Ich halte

Dich, Afrika,“ ſagte Friedrich:„Dieſer Glockenſturz be⸗ deutet, daß das Hohe, das Haus Oeſterreich nämlich, wird erniedrigt werden*)! 3

Schnell genug war dieſe Prophezeihung jetzt in Erfüllung gegangen, das Haus Oeſterreich war raſch und ohne Widerſtand gedemüthigt worden, und in die Hauptſtadt Schleſiens war das preußiſche Heer ein⸗ gezogen, freudig willkommen geheißen, nicht bloß von den proteſtantiſchen Einwohnern, welche ſo lange unter dem härteſten Glaubenszwang hatten dulden müſſen, und denen der König von Preußen jetzt Glaubensfrei⸗ heit und ungehinderte Ausübung ihrer Religion zu⸗ ſicherte, ſondern willkommen geheißen auch von den katholiſchen Einwohnern, von den Prieſtern und Jeſuiten ſogar, welche der König durch ſeinen Geiſt und ſeine Liebenswürdigkeit überwunden hatte. Niemand hatte ein Bedauern mehr für die verlorene öſterreichiſche Ober⸗

*) Histoire de mon temps. pag. 185.— Preuß, Friedrich d. Gr. Vol. I, pag. 164.

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