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kleinen Capitals für die Tochter eines reichen Kauf⸗ mannes nicht genügend ſind, um davon anſtändig leben zu können, und daß, wenn ich den kühnen Wunſch hege, den König in meinem Hauſe bewirthen zu wollen, ich dazu vielleicht an Einem Abend die Hälfte unſeres ganzen Jahreseinkommens bedarf.
Der Graf betrachtete ſeine Braut mit bewundernden, faſt mit ehrfurchtsvollen Blicken. Sie meinen alſo, daß man mit den Zinſen von ſechsmalhunderttauſend Tha⸗ lern nicht leben kann? fragte er.
Ich meine das nicht, ich weiß das ganz gewiß, denn ich habe als Mädchen faſt ſo viel gebraucht. Ah, mein lieber Graf, man bedarf ſehr vielen Geldes, um alle ſeine Launen und Wünſche zu befriedigen. Mein Vater ſieht das auch ein und hat mir daher als Nadelgeld eine zweite Million Thaler geſchenkt, die indeſſen in ſeinem Geſchäft verbleibt und von denen ich nur die Zinſen in Monatszahlungen erhalte. Dieſe Zinſen aber, merken Sie ſich das wohl, gehören nicht zu meinem Heirathsgut, ſondern ſind mein perſönlicher Beſitz und ich kann damit machen, was ich will, ich kann damit, wenn ich will, Feſte arrangiren, Ihre Schulden bezahlen, Ihnen Equipagen und Pferde kaufen, oder ich kann ſie meinem Vater ſchenken, der ſie ſehr wohl in ſeiner Handlung benutzen kann. Nun, geben Sie wohl Acht, ſo oft es Ihnen belieben möchte, die nöthigen und pflichtgemäßen Rückſichten gegen Ihre Gemahlin, deren Vater, oder deren bürgerliche Freunde zu vernachläſſigen, werde ich mein Nadelgeld meinem Vater überlaſſen, und Ihnen bleibt dann die Sorge der nöthigen Zahlungen.—
Aber ich werde immer ein zärtlicher und dankbarer Gemahl, ein ergebener Sohn Ihres Vaters ſein, rief
Friedrich der Große. III. 4


