Teil eines Werkes 
1. Folge, Berlin und Sansouci oder: Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1855)
Entstehung
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immer ſo klar und heiter iſt, war bewölkt. Das be⸗ deutet ein nahendes Unwetter. Möge es ſich alſo über Bodens Haupt ergießen.

Ja, möge es das. Kommen Sie und laſſen Sie uns ein wenig den Verlauf des Gewitters beobachten. Es giebt nichts Lehrreicheres, als ſolches Studium eines Königlichen Unwetters.

Nun denn! Studiren wir es!

Und die beiden Hofleute ſchlichen leiſe auf den Zehen, zu der Thür des Kabinets hin und ſchoben leiſe und vorſichtig die Falten der Portièére ein wenig auseinander, um nicht blos hören, ſondern auch ſehen zu können.

II.

Der Rönig und der Finanzminiſter.

Der König empfing den eintretenden Finanzminiſter mit einem ſtummen, ernſten Kopfneigen. Er ſtand an ſeinen Schreibtiſch gelehnt, mit ineinander geſchlagenen Armen und ſeine großen Augen waren mit einem ſcharfen, durchbohrenden Ausdruck auf das Antlitz des Herrn von Boden gerichtet. Aber Boden wich dem Königlichen Adlerblicke, der wohl im Stande war, den Kühnſten zu verwirren, nicht aus, er ſchlug ſeine Angen nicht nieder und nichts an ihm verrieth Verwirrung oder Angſt.

Sie haben darauf beſtanden, mich zu ſprechen, ſagte der König mit ſtrengem Ton, laſſen Sie alſo jetzt hören, was Sie mir zu ſagen haben. 8