Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

200

Niemals war er ſtolzer durch die Straßen ge⸗ gangen, als an dem Tage, wo er von der Auction heimkehrte in ſeine düſtere ſtille Wohnung. Niemals hatte er die Menſchen tiefer bemitleidet, bittrer ge⸗ haßt, als an dieſem Tage.

Aber dennoch ſchmerzte es ihn, dieſe öde, ſtille Wohnung zu betreten, und ſich wieder einzuzwängen in die Langeweile und Müßigkeit ſeines thatenloſen Vegetirens.

Dennoch war's ein empfindliches, immerfort bren⸗ nendes Weh, ſo in der Fülle der Kraft zur Ruhe verdammt zu ſein, und nichts weiter thun zu können, als mühſam ſein Daſein weiter zu ſchleppen, zu eſſen, zu ſchlafen, und von ſeiner Vergangenheit zu träumen. Dennoch ſagte er ſich immer wieder, daß er noch ſtark und rüſtig ſei, zu arbeiten und zu ſchaffen, und daß er doch dazu verdammt ſei, müßig zu ſein, und von der Gnade und Arbeit Anderer zu leben, gleich⸗ viel, daß dieſe Andern ſeine Kinder waren!

Aber ſie arbeiteten für ihn mit ſolcher Freude, und ſolcher Liebe.

Bertram hatte die Stelle eines Buchhalters in einer großen Fabrik angenommen, und ſein Gehalt reichte hin, um ſie alle drei zu ernähren. Freilich mußte ſorgſam zuſammen gehalten, ängſtlich genug geſpart werden. Aber Eliſe war thätig und arbeit⸗ ſam; als verwöhntes Kind des Reichthums, umgeben von ihren Dienern, hatte ſie freilich nichts kennen gelernt von den kleinlichen Dingen des Lebens, welche