zum Bieten aufforderte. Es war für ihn eine furcht⸗
— 198—
lornen Gatten, und wirft ſich in das Schlafgemach, das einſt der verſchwiegene Tempel ihrer Liebe ge⸗ weſen, und ſpürt mit kaltem Auge und ungerührtem Herzen umher in dem Wohnzimmer und dem Bou⸗ doir, das noch das Ausſehen der Gemüthlichkeit und der behaglichen Ruhe trägt, und bald in alle Winde zerflattern, und ſeine traurige und geheime Geſchichte an irgend einen Trödler, oder in irgend einem Prunk⸗ gemach verzetteln muß.
Alle Schönheit und Herrlichkeit aus Gotzkowsky's früheren Tagen ſollte auch heute auf der Auction verzettelt werden. Deshalb ſtanden ſo viele Equi⸗ pagen vor Gotzkowsky's Hauſe, deshalb kamen die vornehmen und reichen Leute in Gotzkowsky's Haus und drängten ſich mit den Trödlern und Speculanten zugleich in die Säle, die ſie ſonſt nur im Glanz ihrer koſtbaren Toiletten und mit freundlichem Lächeln über⸗
ſchritten hatten.
Niemand achtete auf die zuſammengekauerte männ⸗
liche Geſtalt, welche dort an der Treppe lehnte, den
Hut tief in die Stirn gedrückt, den Mantelkragen hoch über das Antlitz emporgezogen. Niemand ſah, wie er zuſammen zuckte, wenn der Auctionsverwalter die ſchönen Sachen berührte, und das Publikum
bare Qual dieſem Leichenfeſt ſeiner Vergangenheit beizuwohnen, und doch konnte er ſich nicht losreißen. Wie von einer dämoniſchen Gewalt fühlte er ſich gebannt in dies Haus und bei dieſem ſchauerlichen
—
——


