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und ſie lebte mit ihm und ihrem Vater in der kleinen, trüben Wohnung, welche ſie ſich in dem entlegenſten Theile der Stadt ausgewählt hatten.
Alle drei waren ſie in die engen, niedrigen Zim⸗ mer, welche jetzt ihre Heimath ſein ſollten, mit dem feſten Entſchluß eingetreten, ſich von den Aeußerlich⸗ keiten, und den kleinlichen Entbehrungen, welche ſie zu ertragen haben würden, nicht beirren zu laſſen, ſondern mit lächelndem Gleichmuth und mit ſtolzer Verachtung darüber hinweg zu gehen, ſich nur ge⸗ tröſtend, daß ihnen das große und heilige Capital ihrer Liebe von Niemand geraubt werden könnte. Und auch ihre Ehre war ihnen geblieben, und ihr guter Name. Denn Jedermann kannte Gotzkowsky's Geſchick, Jedermann wußte, daß er nicht gefallen durch ſeine eigene Schuld, ſondern nur durch die Gewalt der Umſtände, und die Bosheit der Menſchen. Er hatte ſich über die Menſchen zu beklagen, aber ſie nicht über ihn. Allen ſeinen Gläubigern war er ge⸗ recht geworden. Alles, was er beſaß, hatte er für ſie hingegeben, und ſie waren Alle befriedigt worden.
Mit ſtolzem Schritt und gehobenen Hauptes konnte er durch die Straßen gehen, Niemand durfte es wagen, ihn mit höhnenden Worten zu verfolgen. Er hatte ſich auch ſeiner Armuth nicht zu ſchämen, denn ſelbſt dieſe Armuth war ja ein Beweis von ſeinem unverſchuldeten Unglück und ſeiner Ehrlichkeit!
Er ſagte und wiederholte ſich das täglich und den⸗ noch ſchmerzte es ihn, ſo gebeugt und einſam durch


