Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
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Erbarmen mit dieſer an Geld und Gut reichen Stadt, deren unwillkommener Gaſt er geworden.

Hätte Leipzig das preußiſche Heer freundlicher und bereitwilliger aufgenommen, ſo würde ihm ge⸗ wiß Schonung widerfahren ſein, aber das trotzige und mürriſche Betragen dieſer Stadt, ſeine glühende Par⸗ teinahme für Oeſterreich, deſſen Bundesgenoſſe Sachſen war, konnte natürlich die Erbitterung des Königs nur ſteigern, und ſeinen Unmuth nur höher treiben.

Wenn Leipzig die Preußen als Feinde betrachten wollte, ſo galt es, ihm auch als Feind gegenüber zu ſtehen und als ſolcher an ihm zu handeln.

Ungeheure Contributionen wurden der Stadt auf⸗ erlegt, und trotz des frühern ſchriftlichen Verſprechens des Königs, daß die von der Stadt Leipzig zu lei⸗ ſtenden Lieferungen die Höhe von fünfmalhundert⸗ tauſend Thalern nicht überſteigen ſollten, wurden jetzt immer neue Forderungen gemacht, immer neue Con⸗ tributionen ausgeſchrieben. Vergebens bat und flehete der Magiſtrat un Erbarmen und Gerechtigkeit, ver⸗ gebens betheuerte die Kaufmannſchaft, daß ihre Mittel erſchöpft und ſie außer Stande wäre, noch fernere Zahlungen zu beſtreiten. Man beſtand feſt und mit eiſerner Beharrlichkeit auf den einmal geſtellten, in's Ungeheure gehenden Forderungen, und da die wider⸗ ſpenſtige Stadt nicht. aufhörte ſich zu, widerſetzen, ſuchte man ſie durch Drohungen einzuſchüchtern. Man

ließ Pechkränze an den Häuſern aufhängen, und ſchwur, die ganze Stadt in Aſche zu legen, wenn