— 18— W
Die Wahrheit iſt, Majeſtät, daß dies nur der Muth der Feigheit war und daß der wohlweiſe Ma⸗ giſtrat und die Kaufmannſchaft von Berlin ganz ent⸗ zückt war von dieſem Befehl Ew. Majeſtät, die Wech⸗ ſel nicht zu bezahlen und daß ich mir vergeblich Mühe gab, ſie an ihr gegebenes Wort und ihre gefährdete Ehre zu erinnern.
Oh, ich wußte es ja! ſagte der König. Meine guten Berliner lieben das Geld ſo gut, wie alle an⸗ dern nichtsnutzigen Menſchenkinder! Weiter!
Nun, als ich ſah, daß ſie taub waren für die Stimme der Ehre, da habe ich ſie die Stimme feiger Klugheit vernehmen laſſen! Da habe ich ihnen die Schreckniſſe ausgemalt, wenn der Feind vielleicht noch einmal als Sieger zurückkehrte und dann eine wü⸗ thende Rache nähme an der wortbrüchigen Stadt, da habe ich ſie daran erinnert, daß der Feind ſofort Be⸗ ſchlag legen würde auf alle unſere Effecten in Dan⸗
zig, Kurland und Liefland, und daß man mir im
ruſſiſchen Hauptquartier gedroht, unſere Namen als falſche Wechſelſchmiede an allen freien Handelsplätzen anſchlagen zu laſſen.*).
Ihr waret alſo auch im ruſſiſchen Lager?
Vor vierzehn Tagen, Majeſtät. Der Magiſtrat von Berlin bat mich dieſe Reiſe zu unternehmen, um die durch den ſchnellen Abmarſch des Generals Tott⸗ leben unerledigt gebliebenen Geſchäfte zu Ende führen.
*) Geſchichte eines patriotiſchen Kaufmanns. S 82. 4


