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Iſt Er zufrieden? fragte der König, als Gotz⸗ kowsky geendet und ihm das Papier darreichte. Oh, ich ſehe, Er iſt ein ſehr beſcheidener Mann, und Er wird roth, wie ein junges Mädchen. Aber jetzt ſage Er mir einmal, was führt Ihn her? Was will die Stadt Berlin?
Majeſtät, ſagte Gotzkowsky ernſt, die Stadt Ber⸗ lin will ihr gutes Recht.
Und wer will es ihr verkümmern?
Ew. Majeſtät!
Der König runzelte die Stirn und ein zorniger Blitz ſeines Auges traf den kühnen Frevler. Gotz⸗ kowsky fuhr ruhig fort: Ew. Majeſtät, ſage ich, will uns unſer gutes Recht verkümmern, indem Sie uns verhindern will, ehrliche Leute zu ſein, und unſer Wort heilig zu halten.
Oh, jetzt verſtehe ich Ihn, ſagte der König lächelnd. Er ſpricht von der ruſſiſchen Kriegscontribution.— Berlin wird ſie nicht bezahlen.
Berlin wird ſie bezahlen, damit Ew. Majeſtät ihm in Gnaden gewogen bleiben, Berlin wird ſie be⸗ zahlen, damit der große Friedrich nicht zu erröthen habe vor dieſer wortbrüchigen und ehrloſen Stadt, welche es nicht werth iſt, daß ſie die Reſidenzſtadt der Könige heißt! Oder wie? Möchten Ew. Majeſtät noch dieſen Männern vertrauen, welche ihr verpfän⸗ detes Wort einzulöſen ſich weigerten, welche beſchworne Verträge nur wie eine Maufefalle betrachteten, der man entſchlüpfen kann, ſobald die Gelegenheit gün⸗


