XVIII. Ein königlicher Brief.
Herr Krauſe hatte das Gedicht, welches er zu die⸗ ſem Ehrentag Gotzkowsky's ſeiner poetiſchen Begei⸗ ſterung abgerungen, noch nicht zu Ende declamirt,* als man vor der Thür des Salons einen heftigen Lärm vernahm, und der Kammerdiener Gotzkowsky's eilig herein ſtürzte. Ein Rathsdiener ſtehe draußen, meldete er, es ſei ſo eben vom Könige ein Brief ein⸗ gelaufen, und da derſelbe ſogleich dem Herrn Ober⸗ bürgermeiſter ſolle übergeben werden, habe der Raths⸗ diener ihn hieher gebracht.
Er überreichte Herrn von Kircheiſen einen Brief, und dieſer erbrach mit majeſtätiſcher Ruhe das Siegel.
Eine erwartungsvolle Stille trat ein.
Jeder fragte ſich mit bangem Herzen, was dieſer Brief des Königs an den Magiſtrat von Berlin wohl zu bedeuten habe?
Das Geſicht des Herrn Oberbürgermeiſters er⸗ heiterte ſich mehr und mehr, und plötzlich rief er laut:


