in ſein kleines Haus zurückgezogen und ruhte aus von den Bedrängniſſen der letzten Tage.
Die Morgendämmerung lag noch wie ein Schleier über dem armen geängſteten Berlin und verhüllte deſſen Thränen und blutende Wunden.
Am Kottbuſſer Thor, wie geſagt, herrſchte noch tiefes lautloſes Schweigen.
Plötzlich ward dieſe Stille von dem Geräuſch nahender Tritte unterbrochen und um die nächſte Straßenecke ſchlüpfte jetzt die zuſammengekauerte Ge⸗ ſtalt eines Mannes.
Einen Augenblick blieb er ſtehen und lauſchte, dann, als er ſich überzeugt, daß alles lautlos und ſtill um ihn her, kroch er, ängſtlich ſich an die Häuſer drückend, vorwärts, und gelangte unbemerkt bis zu dem Pfeiler an der rechten Seite des Thores, in deſſen beſchattendem Dunkel er ſich verbarg.
Dieſer Mann war Niemand anders, als Herr Kretſchmer, der Mdernnr der Voſſiſchen Zeitung, welcher ſich jetzt mit innigem Wohlbehagen in ſeinem Verſteck einrichtete.
Hier iſt es ſehr gut und ſehr zweckmäßig, ſagte er zu ſich ſelber, indem er ſich einen zufällig da lie⸗ genden Stein hinter den Pfeiler ſchob, um ſeiner kleinen Figur dadurch einen etwas höhern Stand⸗ punkt zu ſichern. Von dieſem Platze aus kann ich Alles ſehen, Alles beobachten.
Er ſtellte ſich auf den Stein und lehnte ſich in die Ecke des Thorpfeilers zurück, als wäre es der


