zugebracht, hatten ſie nur erfahren, daß Berlin ſich den Ruſſen übergeben, und daß der General Tott⸗ leben dem Magiſtrat befohlen habe, ſich um acht Uhr Morgens am Kottbuſſer Thor zu ſeinem Empfang einzufinden.
Es ſollte ein ſehr glänzender, ſehr feierlicher Em⸗ pfang ſein, man wollte den feindlichen General durch demüthige Unterwerfung verſöhnlich und milde machen,
man wollte durch ein ihm perſönlich dargebrachtes
Geldgeſchenk ihn bewegen, die Contribution für die Stadt mäßig und gelinde zu halten.
Dieſe Nachricht war für die beiden Redacteure ein Donnerſchlag, denn ſie zwang ſie, ihr ſicheres Verſteck zu verlaſſen und ſich hinaus zu wagen in die gefähr⸗ liche Welt! Aber durfte Herr Krauſe, der Redacteur der Spenerſſchen Zeitung, durfte Herr Kretſchmer, der
Redacteur der Voſſiſchen Zeitung, welche Beide ſich
rühmten, den Berlinern immer die neueſten und fri⸗ ſcheſten Nachrichten zu bnendeehſten dieſe beiden Herren bei dem Einzug deser en Generals wohl fehlen?
Dem Vaterlande zu Liebe mußten ſie, gleich äch⸗ ten Helden, ihrer eignen Angſt vergeſſen und ſich muthig der Gefahr entgegen ſtürzen, zur Ehre ihrer Zeitung. 8
Der Morgen dämmerte kaum, und am Kottbuſſer Thore herrſchte jetzt noch tiefes Schweigen und todes⸗ ähnliche Stille. Die Flügel des Thores waren noch geſchloſſen und auch der Wächter deſſelben hatte ſich


