Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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Vaters begegnete, der mit durchbohrender Gewalt auf ihr ruhte, als ſie auf ſeinen blaſſen, zitternden Lippen und auf ſeiner Stirn, deren Adern hoch angeſchwollen waren, den aufgrollenden Zorn ſeiner Seele las.

Bertram hatte mit wachſendem Schrecken dieſer kurzen und doch ſo beredten Scene zugeſchaut.

Eliſens Angſt, ihr Erbleichen und Zittern, ihr Be⸗ wachen jener Thür, war ihm gleich bei ſeinem Ein⸗ tritt nicht entgangen und hatte ihn mit bangem Schmerz erfüllt. Aber als er jetzt in den Zügen Gotz⸗ kowsky's die Symptome eines Zornes, der um ſo heftiger und vernichtender zu ſein pflegte, je ſeltener Gotzkowsky ſich ihm überließ, erkannte, fühlte er die Nothwendigkeit, der bedrängten Schweſter zu Hülfe zu kommen.

Er näherte ſich daher ihrem Vater und legte leiſe ſeine Hand auf Gotzkowsky's Schulter. Eliſe hat Recht, ſagte er bittend, ehrt ihr jungfräuliches Zagen!

Gotzkowsky wandte ſich mit einer heftigen Kopf⸗ bewegung nach ihm um und ſah ihm ſtarr ins Geſicht. Dann brach er in ein wildes ſpöttiſches Lachen aus.

Ja, ſagte er, wir wollen ihr jungfräuliches Zagen ehren. Du haſt weiſe geſprochen, Bertram. Höre! Du kennſt den Verſchlag hinter dem Madonnenbilde im Bilderſaal. Dorthin führe unſern tapfern Freund und gieb Acht, daß die Feder feſt ins Schloß ſpringt.

Bertram ſah ihn mit traurigen, angvollen Blicken an, er hatte den ſonſt ſo beſonnenen Mann niemals in einer ſo leidenſchaftlichen Bewegung geſehen.