Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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unter in den Garten, ihr Auge ſchien die Finſterniß zu durchdringen mit ſeinem ſcharfen, ſpähenden Blick. Aber ſie ſah nichts, keine Geſtalt bewegte ſich durch dieſe ſchweigenden Gänge, deren gelber Sand vom Mondlicht hell genug beleuchtet war, um Jeden zu verrathen, der es gewagt hätte, ihn zu beſchreiten.

Alles war jetzt ſtill, aber es ſchauderte Eliſen vor dieſen langen, ſchwarzen Schattengebilden der beſchnit⸗ tenen Hecken zu beiden Seiten der Gänge, es ſchau⸗ derte ihr, noch länger auf dem Perron zu bleiben. Sie trat zurück in den Salon, indem ſie die nach demſelben führende Thür weit geöffnet ließ, um jedes von dorther kommende Geräuſch ſogleich vernehmen zu können. 2

Wieder vernahm ſie jetzt Schritte, näher näher kamen ſie heran. Sie wollte aufſtehen, a ihre Füße verſagten ihr den Dienſt, ſie ſank kraftlos in den Seſſel zurück und ſchloß die Augen. Sie wußte ſelber nicht, war es Furcht oder ſelige Erwartung, was ihr ganzes Weſen durchſchütterte.

Jetzt waren dieſe Schritte oben auf dem Perron, dicht hinter ihren Fenſtern. Würde wohl ein Dieb es wagen, ſich dieſen erleuchteten Fenſtern zu nähern?

Sie ſchlug die Augen auf,— da ſtand Er, ihr Geliebter, der Freund ihres Herzens, ihrer Gedanken und ihrer Hoffnungen, da ſtand Feodor von Brenda in der Thür des Salons, und flüſterte leiſe ihren Namen!

Sie konnte ſich nicht aufrichten, ihre Füße zitter⸗