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mungsurtheil der ganzen Welt zu trotzen, vorausge⸗ ſetzt, daß mein eigenes Herz mich frei ſpricht, und daß ich an keiner andern Schuld zu tragen habe, als an dieſer zufälligen, welche das Geſchick, nicht mein eignes Wollen und Sündigen, über mich verhängt hat! Die Liebe läßt ſich weder geben, noch läßt ſie ſich nehmen, ſie iſt ein freies Gottesgeſchenk, und wenn ſie uns nicht zum Glück begeiſtern kann, ſo muß ſie uns we⸗ nigſtens das Unglück verklären.— Mehr kann ich Ihnen nicht ſagen, mein Bruder, und was bedarf es auch der Worte? Halten Sie nur feſt an dem, was ich Ihnen ſage: ich werde weder meiner Ehre, noch meiner Liebe jemals untreu werden! 2 Denken Sie auch dies, fuhr ſie ſtolz und feurig fort, denken Sie auch, daß meine Liebe vielleicht ein Verbrechen genannt werden könnte, aber daß ich den⸗ noch niemals einen Unwürdigen lieben, oder mein Haupt beugen könnte unter die Schmach einer ehr⸗ loſen Liebe! 3 Sie ſah wunderſchön aus in ihrer ſtolzen, flam⸗ menden Jungfräulichkeit, und Bertram fühlte, als er in ihr ſchönes, glühendes Antlitz blickte, daß er ſie niemals inniger und ſchmerzlicher zugleich geliebt, als in dieſem Moment. Eliſe, ſagte er, ihre Hand faſſend, wollen Ihrem Bruder nicht ganz vertrauen? Wollen mir nicht den Namen Ihres Geliebten ſagen? Sie ſchüttelte ernſt das Haupt. Nur Gott ud mein Herz dürfen ihn kennen!


