alle die Herrlichkeit in dem Hauſe des reichen Mannes anſchauen konnten.
Das Haus Gotzkowsky's war in der That eins der ſtattlichſten und ſchönſten von ganz Berlin, und ſein Beſitzer gehörte zu den reichſten Männern der damals, trotz des Krieges, dennoch ſo reichen und gewerbthä⸗ tigen Stadt.
Doch nicht der Glanz der Meubles, des koſtbaren Scilbergeräthes, der Gobelin⸗Tapeten und türkiſchen Tevppiche war es, was dieſes Haus vor allen andern auszeichnete. Darin konnten wohl auch Andere es dem reichen Kaufmann gleich thun oder ihm zuvor⸗ kommen. Aber Herr Gotzkowsky beſaß herrliche Kunſt⸗ ſchätze, koſtbare Gemälde, um welche ihn ſelbſt Fürſten und Könige beneiden konnten. Mehrmals war er im Auftrag des Königs nach Italien gereiſt, um dort Ge⸗ mälde zu kaufen, die ſch önſten Stücke in der Galerie des Königs hatte Gotzkowsky aus dem Lande der Kunſt heimgebracht. Aber als er das letzte Mal aus Italien zurückkehrte, war der Krieg von 1756 bereits ausgebrochen, und der König konnte jetzt ſein Geld
nicht zum Ankauf von Gemälden verwenden, er ge⸗
brauchte es für ſeine Armee. Gotzkowsky mußte alſo die herrlichen Originalge⸗ mälde von Raphael, Rubens und andern großen Mei⸗ ſtern, die er zu ungeheuren Preiſen in Italien ange⸗ kauft, für ſich behalten, und der reiche Fabrikherr war wohl der Mann dazu, ſich den Luxus einer Gemälde⸗ gallerie gönnen zu können. 4.


