Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 4. Band (1857)
Entstehung
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gelitten haben. Ich eile jetzt ſelbſt in die Apotheke, um lindernde Umſchläge, beſänftigende Mixturen be⸗

reiten zu laſſen, und werde dann zurückkommen, die

Umſchläge ſelbſt anzulegen.

Der Arzt entfernte ſich, aber jetzt öffnete ſich eine andere Thür und der König trat ein.

Mit heftig erregtem Geſicht, mit haſtigen Schritten näherte er ſich dem Bett der Prinzeſſin, dann, als er dieſes verſchwollene, entſtellte Antlitz, dieſe fürchterlichen Augen ſah, ſtieß er einen Ausruf des Entſetzens aus und neigte ſich über ſeine Schweſter hin.

Ihre großen, blutunterlaufenen Augen blickten ſtarr zu ihm empor. Sie verſuchte die Lippen zu öffnen, ſie wollte ſprechen, aber nur ein dumpfer, hohler Laut preßte ſich aus ihren Lippen hervor.

Nun richtete ſie ſich mit gewaltiger Kraftanſtren⸗

gung ein wenig empor und fuhr mit der Hand über

die weiße Wandfläche neben ihrem Bett hin.

Sie will ſchreiben, ſagte der König, ſie will viel⸗

leicht die Urſache ihres Leidens bezeichnen. Geben Sie etwas her, das Nächſte, Beſte. Eine Kohle dort aus dem Kamin!

Fräulein von Haak brachte ihr eine der ſchwarzen Kohlen, und nun ſchrieb Amalie mit zuckender Hand, langſam und dumpf ächzend, mit großen unregelmäͤ⸗ ßigen Buchſtaben dieſe Worte an die Wand:

„Jetzt werde ich den König von Däne⸗ mark nicht heirathen! Jetzt werde ich mich nie vermählen!“

Dann ſank ſie mit einem dumpfen Lachen, das ihre geſpannten und verſchwollenen Züge auf eine grauſige Weiſe entſtellte, in ihre Kiſſen zurück.

Der König aber war auf einen Stuhl neben ihrem Bette niedergeſunken, und ſeine beiden Hände vor ſein

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