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was bringen Sie mir mit? Welches Geſchenk hat Ihnen Ihre Muſe für den armen Philoſophen von Sansſouci gegeben? Denn ich will nicht fürchten, daß Sie mit leeren Händen kommen und daß Frank⸗ reichs Homer ſeine Leier zerbrochen hat.
Nein, Sire, ich komme nicht mit leeren Händen.
Ich bringe Ihnen Etwas mit, und ich denke, es iſt
das Beſte und Schönſte, was ich jemals meiner Muſe abgerungen habe. Seit zwanzig Jahren war ich in⸗ dignirt zu ſehen, was mein guter Freund und Meiſter Crebillon aus dem beſten und erhabenſten Sujet des
Alterthums gemacht hatte. Wie er aus der purpur⸗
nen Toga ſich mit geſchickten Schneiderhänden eine kleine Affenjacke zuſammengeflickt und ſie aufgeputzt hatte mit dem elenden Flittertand einer erbärmlichen Liebe und hochſtelziger, oſtgothiſcher Verſe. Crebillon hat einen franzöſiſchen Catilina geſchrieben, ich, Sire,
ich habe einen römiſchen Catilina geſchrieben! Ah,—
Sie werden ſehen und Sie werden ſtaunen! In einer meiner jammervollen, ſchlafloſen Nächte bemäch⸗ tigte ſich meiner der Teufel und ſagte zu mir:„Räche Cicero und Frankreich! Beiden hat Crebillon Schmach angethau, waſche die Schande von Deinem Lande ab.“ Dieſer Teufel war ein guter Teufel, und ſelbſt Sie, Majeſtät, hätten mich nicht mehr zur Arbeit antreiben können, als er es that. Tag und Nacht feſſelte er mich an den Schreibtiſch. Ich glaubte zu ſterben vor Aufregung, aber der Teufel hielt mich feſt und die Geiſter der großen Römer umſtanden meinen Schreib⸗ tiſch und riſſen die, lächerlichen Masken ab, welche Crebillon ihnen angeklebt; ſie zeigten mir ihr wahres, erhabenes, ſtrahlendes Angeſicht, und befahlen mir, ſie abzukonterfeien, damit die Welt endlich ihrer Schön⸗ heit inne werde und nicht von Crebillon's Carricatu⸗
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