I. Das Verſprechen.
Es war ein wundervoller Sommertag. Die ganze Natur ſchien wie in einem heitern Lächeln des Glückes und der Liebe aufzuthauen zu dieſem klaren blauen geheimnißvollen und doch ſo verheißungsvollen Him⸗ mel, der ſich über ihr wölbte, und ſich in den rau⸗ ſchenden Flüſſen und den murmelnden Bächen wieder⸗ ſpiegelte, und die im lauen Weſtwind ſich ſchaukelnden Bäume und die mit ihren vollen geöffneten Kelchen träumeriſch emporſtarrenden Blumen mit ſeinem hell⸗ ſten Liebesſtrahl zu grüßen ſchien.
Oben auf der Terraſſe von Sansſouci ſtand der König und blickte mit leuchtenden Augen auf dieſes wundervolle Panorama hin, das ſich da zu ſeinen Füßen entfaltete, und das nicht bloß Gott und der Natur, ſondern auch dem Geſchmack und dem Kunſt⸗ ſinn des Königs ſeine Entſtehung verdankte. Der Kö⸗
nig war allei r befand ſich auf ſeinem Schloſſe Sansſouci, t, er hatte für einige ſchöne Stun⸗ den die Laſt den Glanz ſeines Königthums ab⸗
geſtreift, und war jetzt nur der Philoſoph, der Sohn der Muſen und des Epieur, der Gelehrte, der Weiſe, 28 14


