Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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Der Marquis hatte mit ſtaunendem Entzücken die⸗ ſer Improviſation des Königs zugehört, und als er jetzt geendet, rief der feurige Provengçale mit glühen⸗

dem Enthuſiasmus: Sie ſind kein Menſch, Sire, Sie

ſind ein Held, ein König, ein Halbgott!

Ich will Ihnen da etwas zeigen, was eine zu ge⸗ naue Widerlegung Ihrer Schmeichelworte t. als daß ich ſie glauben könnte, ſagte der König lächelnd, indem er den Marquis an das Fenſter führte. Schauen Sie dort hin. Was ſehen Sie da, hier gerade meinem Fenſter gegenüber?

Meinen Euere Majeſtät dieſe wundervolle Marmor⸗ gruppe da?

Das meine ich. Was denken Sie, daß das ſei?

Was das ſei?. Die liegende Statue einer Flora!

Nein, Freund, es iſt mein Grab! 3

Ihr Grab, Sire? ſagte der Marquis zuſammen⸗ ſchaudernd. Und das haben Sie gerade vor dem Fenſter Ihres Lieblingszimmers aufgeſtellt?

Gerade da, auf daß ich niemals des Todes ver⸗ geſſen möchte! Kommen Sie, Marquis, wir wollen mein Grab in der Nähe betrachten!

Er führte den Marquis hinaus auf den freien Vorplatz und ſeitwärts zu dem Rondel, wo die Mar⸗ morgruppe aufgeſtellt war.

Hier unter dieſer Statue befindet ſich das Grabge⸗ wölbe, in dem ich einſt ruhen werde, ſagte Friedrich. Ich begann den Bau meines Weinberges mit dieſer Gruft, und legte dem Baumeiſter ſtrenges Geheimniß auf. Bewahren auch Sie es, Marquis, die Wenig⸗ ſten, welche leben, haben genug Ehrfurcht und heilige Scheu vor dem Tode, als daß man ihnen davon reden möchte. DöArgens

Augen hatten ſich mit Thränen gefüllt. 8