Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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Nun denn, heute will ich ihn nicht vergeblich bitten laſſen, heute will ich ihm meine Liebe verſprechen, aber ich werde meine Bedingungen machen. Komm, Schweſter!

Und ſtolz aufgerichtet, glühend vor Erregung, be⸗ gab ſich Barberina in das Boudoir, wo der junge Herr Regierungsrath von Cocceji, der Sohn des Mi⸗ niſters, ſie erwartete.

Mit einem köſtlichen Lächeln ſchritt ſie ihm ent⸗ gegen, und ihm mit ihren großen brennenden Augen feſt in's Antlitz ſehend, fragte ſie: Sind Sie immer noch nicht geheilt von Ihrer Liebe zu mir?

Der junge Mann trat verwundert und erblaſſend einen Schritt zurück, aber Barberina ſtand vor ihm in ſo wunderbarer Schönheit, mit einem ſo ſeltſamen, zauberhaften Lächeln, in ihren Augen lag ſo viel Er⸗ muthigendes und ſüß Verlockendes, daß er wohl fühlte, es ſei nicht ihre Abſicht, ihn zu verhöhnen und ſeiner zu ſpotten.

Dieſe Liebe iſt eine Krankheit, von der ich niemals geheilt werden kann, ſagte er innig, eine Krankheit, welche allen Mitteln widerſteht.

Auch dem meiner Gegenliebe? fragte ſie leiſe.

Das Antlitz des Herrn von Cocceji leuchtete vor Freude und Entzücken. Barberina, ſagte er haſtig und ganz bewältigt von dieſem neuen ungeahnten Glück, Barberina, wenn ich jetzt träume und nachtwandle, ſo wecken Sie mich nicht. Wenn ich jetzt nur im Wahn⸗ ſinn glaube Ihre Stimme gehört zu haben, ſo ent⸗ täuſchen Sie mich nicht. Laſſen Sie mich weiter träu⸗ men und weiter phantaſieren, oder tödten Sie mich, wenn Sie wollen, nur ſagen Sie nicht, daß ich falſch gehört habe. 1 4

Ich ſage es auch nicht, flüſterte ſie faſt zärtlich.