Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 2. Band (1857)
Entstehung
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ler meldete, ſondern trat gleich hinter ihm in das Atelier ein.

Pesne war da, und hieß die Signora freudig will⸗ kommen, aber ſie ſah vergeblich in dem Atelier nach ihrem Portrait umher.

Iſt die Copie meines Ich's vielleicht auch wie das Original verunglückt? fragte ſie.

Der Maler lächelte. Nicht doch, Signora; die Co⸗ pie macht ebenſo viel Furore, als das Original, eben weil es die Copie deſſelben iſt.

Was heißt das?

Das heißt, daß Seine Majeſtät mit der Copie ſo ſehr zufrieden war, daß er dieſelbe ſeit geſtern in ſei⸗ nem Studirzimmer aufgeſtellt hat, obwohl ich dagegen zu proteſtiren wagte, weil das Bild noch unvollendet iſt. Der König indeſſen beſtand darauf, indem er ſagte, daß er das Portrait ſeinen Freunden zeigen und 3 un ihnen überlegen wolle, was dem Portrait noch ehle. Niemals vielleicht, ſelbſt in ihren glänzendſten Rol⸗ len, war Barberina ſchöner geweſen, als in dieſem Moment. Ihr Antlitz ſtrahlte wie in einer Verklä⸗ rung. Mit dieſem Lächeln und dieſen Blicken wäre auch eine Häßlichkeit zur Schönheit geworden. 4

Dann alſo, ſagte ſie hochathmend, dann alſo bin ich vergeblich gekommen, und Sie können mein Geſicht heut gar nicht gebrauchen.

Nein, nein, Signora, Ihr Geſicht iſt ein viel zu ſeltener Stern, als daß man nicht die koſtbare Gele⸗ genheit, wenn er leuchtet, benutzen ſollte. Geruhen Sie, mich zu erwarten. Ich eile zum König und hole mir das Bild. 3

Ohne Barberina Zeit zu einer Antwort zu laſſen, eilte Pesne hinaus und Barberina blieb allein. Was