Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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Vermummung den Gedanken eingegeben, und ihm bei ſeiner Verkleidung behülflich geweſen.

Dieſer Augenblick rächt mich für Alles, was ich an der Seite dieſes eitlen, eingebildeten und ver⸗ ſchwenderiſchen Thoren gelitten habe, ſagte Frau von Kleiſt zu ſich ſelber, indem ihr ſpottender Blick immer noch auf ihren Gemahl gerichtet war. Dieſer Mo⸗ ment überliefert ihn mir auf Gnade und Ungnade! Oh, oh, ich will ihn verhöhnen, ihn martern mit die⸗ ſer Teufelsbeſchwörung. Die ganze Welt ſoll davon erfahren, denn von nun an wird das Recht immer auf meiner Seite ſein und Jedermann wird mich be⸗ klagen und bemitleiden, daß ich an einen ſolchen Blöd⸗ ſinnigen gefeſſelt bin, und Jedermann wird ihn ver⸗ ſpotten und verhöhnen. Ich werde ſowohl die Lacher als die vernünftigen Leute auf meiner Seite haben, und Niemand wird's mir nun noch verargen, wenn ich meinen Gemahl nicht liebe und ihm nicht treu ſein kann!

Aber während die frommen Auserwählten ſo auf ihren Knieen dem Teufel ihre Huldigung darbrachten, hatte der Planetarier Pfannenſchmidt ſich von der erſten Betäubung und dem erſten Schreck wieder erholt. Er, welcher nicht an den Teufel glaubte, obwohl er ihn täglich beſchwor, er, welcher dieſen da nicht beſtellt und ausgerüſtet hatte, er mußte alſo wiſſen, daß dieſer Teufel, welcher vor ihm ſtand, entweder nur ein un⸗ ziemlicher Scherz oder eine boshafte Verhöhnung ſein konnte.

Er mußte alſo dieſen vermeintlichen Teufel als einen Betrüger enthüllen, er mußte ihm die Maske abreißen und die Verſtellung aufdecken.

Mit einer leidenſchaftlichen Gluth ſtreckte er daher beide Arme gegen den vermeintlichen Teufel aus. 12*