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den heutigen Abend getroffen worden, und nicht ſobald hatte die fromme Verſammlung ihren Anfang genom⸗ men, als Frau von Kleiſt die vier Polizeibeamten, welche in dem, dem ihrigen gegenüber belegenen Hauſe warteten, zu ſich winkte und ſie heimlich und leiſe in ein kleines, neben dem Betſaal befindliches Gemach führte, das nur durch eine Portiere von dem Saal getrennt war, ſo daß man Alles ſehen, Alles hören konnte, was in dem Saal geſchah. Die fromme Verſammlung ahnte nichts davon. Sie war heute zahlreicher denn jemals beſucht. Da
waren Leute aus allen Ständen, von dem niedern Ar⸗
beiter und dem geringen Handwerker an bis zu den Herren vom höchſten Adel und aus dem höchſten Be⸗ amtenſtande. Jeder, welcher glaubte, ſich über eine Ungerechtigkeit oder Zurückſetzung des Königs zu be⸗ klagen zu haben, Jeder, welcher vermeinte, daß ſeine hohen Eigenſchaften und Talente nicht hinlänglich an⸗ erkannt und belohnt würden, ward zu einem Wider⸗ ſacher des Königs und begab ſich unter die Fahne der Frömmigkeit, welche damals wie jetzt das gleißneriſche Panier aller Derjenigen war, die unter dem Schein des Rechts ihren Eigendünkel und ihren Stolz verber⸗ gen wollten.
Sie beteten heiße und inbrünſtige Gebete, und ſan⸗ gen fromme Lieder zur Ehre Gottes. Dann betrat ein Geiſtlicher die kleine improviſirte Kanzel und hielt eine jener donnernden, von Scheinheiligkeit, Unduldſamkeit, Hochmuth und Geiſtesbeſchränktheit triefenden Reden, wie nur die Pietiſten ſie zu halten vermögen, und in
welcher er alle Diejenigen verloren und verdammt
nannte, welche nicht glaubten, wie Er glaubte, Alle diejenigen für geſegnet und berufen erklärte, welche dem Bannſpruch und ſtrengen Verbot des Königs trotzten,
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