Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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blieben nachher zurück, um den weitern Myſterien bei⸗ zuwohnen und Zeuge der Beſchwörungen zu ſein, mit welchen der ſogenannte Sterndeuter oder Planetarier Pfannenſchmidt heute den Teufel zwingen wollte zu erſcheinen.

Zu dieſen Myſterien wurde kein Weib zugelaſſen, und Jeder der Eingeweiheten hatte den feierlichen Schwur leiſten müſſen, keiner Frau auch nur eine Sylbe zu verrathen von dem, was in dieſen geheim⸗ ſten Verſammlungen vorginge, und womit man⸗ ſich in denſelben beſchäftige.

Auch Herr von Kleiſt hatte dieſen Schwur geleiſtet, und ihn getreulich erfüllt. Nun aber giebt es ein ſehr weiſes und von großer Lebenserfahrung zeugendes perſiſches Sprichwort, welches ſagt:Wenn Du Dein gehorſames und unterwürfiges Weib zu einem Unge⸗ horſam verleiten willſt, ſo haſt Du nur nöthig, ihr Etwas zu verbieten; wenn Du vor ihr ein Geheimniß bewahren willſt, ſo haſt Du nur nöthig, Dir die Zunge auszureißen, oder Dich zu tödten, denn wenn Du lebſt, wird ſie Dein Geheimniß doch erfahren, und ſei es noch ſo tief auf dem Grunde Deines Herzens verborgen.

Dieſem Sprichwort ganz entſprechend, hatte auch Frau von Kleiſt das Geheimniß ihres Gemahls erfah⸗ ren, war ſie eine Mitwiſſerin dieſer Dinge geworden, welche man ihr verbergen wollte. Luiſe von Kleiſt, längſt ſchon von der kurzen und flüchtigen Liebe zu ihrem, von dem König ihr zugewieſenen Gemahl zu dem flatterhaften Leichtſinn ihrer frühern Tage zurück⸗ gekehrt, hatte nur auf eine Gelegenheit gewartet, um ſich zu rächen an ihrem Gemahl, weil er niemals reich genug geweſen, ihre Capricen und ihre verſchwenderi⸗ ſchen Gelüſte zu erfüllen, weil er ſogar ſo kleinlich und