Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 1. Band (1857)
Entstehung
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— 159— dringenden u aaglänzenden Blicken anſah, daß dieſer erröthete und ſit mädchenhafter Verwirrung die Au⸗

gen zu Boden ſchlug. Ja, hier wohnt Eckhof, aber nicht, wie Sie ſagen, der große und der weiſe Mann, ſondern einfach nur Eckhof, der Schauſpieler.

Ich habe Sie nicht um Ihr Urtheil gefragt über den großen Künſtler, welchen ich verehre, ſagte Lupi⸗ nus faſt beleidigt, ich wollte von Ihnen nur erfahren, wo ich ihn finden könnte?

Wenn ich Ihnen das ſagen ſoll, ſo müſſen Sie mir zuvor ſagen, was Sie von Eckhof wollen?

Was ich von ihm will? fragte der junge Mann ſinnend und erröthend zugleich. Weiß ich das ſelber, mein Herr? Es liegt da ein Geheimniß in meiner Seele, welches ich ſelber nicht ergründen kann, und das Er, welcher Lebenserfahrung, Weisheit und Alter beſitzt, mir erklären ſoll. Ich habe Vertrauen zu ſei⸗ nen Augen, zu ſeinem weißen Bart, und was ich Niemand ſonſt zu ſagen wagen könnte, das werde ich ihm ſagen.

Eckhof lachte. Was Eckhof's weißen Bart anbe⸗ trifft, ſagte er, ſo werden Sie den in der Garderobe ſuchen müſſen, wie ſeine Weisheit in den Büchern der Dichter, deren Worte er geſprochen. Eckhof iſt weder alt, noch weiſe, noch welterfahren, denn, um es Ihnen kurz zu ſagen, ich ſelber bin Eckhof.

Sie, Sie ſind Eckhof? fragte Lupinus erbleichend, indem er wie entſetzt einige Schritte zurückwich und mit weit aufgeriſſenen Augen auf Eckhof hinſtarrte, deſſen edles, jugendfriſches, von Lebenskraft und Geiſt ſtrahlendes Angeſicht ihm mit lächelndem Ausdruck zu⸗ gewandt war. 3 4

Sie ſind Eckhof? wiederholte er noch einmal, und

es flog wie ein Schauder durch ſeine ganze Geſtalt.