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mir, denn wie kaun eine Tänzerin heiter und über⸗ müthig ihre Ballottements und Entrechats ſchlagen, wenn ihr eine ernſthafte Liebe im Herzen ſitzt. Zu⸗ dem habe ich es dem engliſchen Geſandten, dem Vet⸗ ter dieſes Lord Stuart, verſprochen, daß ich dieſes Ver⸗ hältniß zerreißen will, und da mir an Englands Freundſchaft im Augenblick viel gelegen iſt, ſo werde ich mein Verſprechen erfüllen. Schreibe alſo ſogleich an meinen Polizeidirektor Kircheiſen und melde ihm meinen Befehl, den Lord Mackenzie ſofort aus Berlin zu entfernen, und ihn unter ſicherer Bedeckung nach Hamburg und von dort auf ein nach London gehendes Schiff zu befördern. Man ſoll ſogleich dem Lord eine Ausweiſung aus meinen Landen bringen. Er muß in zwölf Stunden Berlin verlaſſen haben!*)
Sind das alle Deine Neuigkeiten, Fredersdorf?
Nicht doch, Sire, ſagte Fredersdorf, verſtohlen nach der Thür hinblickend, welche ſich eben leiſe ein wenig geöffnet hatte. Ich habe noch eine Neuigkeit, aber ich weiß nicht, ob ſie Euerer Majeſtät willkommen ſein wird. Der Herr Baron von Pöllnitz—
Hat uns die Annonce ſeiner Verheirathung ge⸗ ſchickt?
Nein, Sire, er hat ſich nicht verheirathet.
In dieſem Augenblick begann Biche ein wenig zu
*) So geſchah es in der That. Lord Mackenzie, der zärtliche Geliebte der Tänzerin Barberina, welcher ihr von Venedig nach Berlin gefolgt war, ward ſofort nach ſeiner Ankunft auf ſpeciellen Befehl des Königs aus Berlin und Preußen ausgewieſen, und er⸗ hielt einen Zwangspaß nach Hamburg, wohin ihm einige königliche Polizeibeamte das Geleite gaben. Von dort aus richtete er einige ſehr zärtliche und rührende Briefe an ſeine ſchöne Geliebte, welche dieſe indeß niemals erhielt, und die ſich noch heute im königlichen Archiv zu Berlin befinden. Siehe Schneider’s Geſchichte der Oper und des Opernhauſes von Berlin, pag. 25.


